Unabhängigkeits-Referendum bedroht Zukunft des FC Barcelona

    26. September 2017, 13:26
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    Eine Primera Division ohne Barca? Die Loslösung Kataloniens von Spanien brächte eine ungewisse Zukunft. Laut Gesetz dürfen nur Klubs aus Andorra in Spanien mitspielen

    Barcelona – Lionel Messi hüllt sich zum heiklen Thema in Schweigen. Der Countdown zum umstrittenen Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens am 1. Oktober bringt aber den Superstar und die anderen Fußballer des FC Barcelona sicher ins Grübeln. Denn die von den Separatisten angestrebte Loslösung von Spanien würde den Klub ins Ungewisse stürzen. Finden Champions League und La Liga künftig ohne Messi und Co statt?

    Der Boss der spanischen Profiliga, Javier Tebas, gab darauf dieser Tage eine klare Antwort: "Nach dem spanischen Sportgesetz gibt es nur einen Staat, dessen Teams auch in den spanischen Ligen mitspielen können, und das ist Andorra." Das Gesetz kann zwar im Parlament geändert werden. Aber Tebas bemerkte skeptisch, man werde schauen müssen, "ob die Parteien zustimmen".

    Auch Champions League in Gefahr

    Es würde sogar noch schlimmer kommen: Da die Katalanen die Unabhängigkeit gegen den Willen der Zentralregierung verkünden wollen, würde ein katalanischer Verband zumindest in der ersten Phase nach der Loslösung laut Tebas nicht damit rechnen können, von Fifa und Uefa anerkannt zu werden. Auch die Teilnahme an der Champions League wäre damit in Gefahr.

    Der Klub hat sich dennoch mit der Regionalregierung, die das Referendum am Sonntag ungeachtet eines Justizverbots durchführen will, solidarisch erklärt. In einer katalanischen Liga würde Barcelona aber nicht mehr gegen Real Madrid, Atletico oder Valencia antreten. Die großen Rivalen hießen dann Espanyol Barcelona und FC Girona (beide heute in der Primera Division) sowie Gimnastic Tarragona und FC Reus, die in der zweiten Liga spielen.

    Guardiola: "Es geht um Demokratie"

    Befürworter der Unabhängigkeit – oder zumindest einer verbindlichen Abstimmung über die Abspaltung von Spanien – gibt es in Barcelona nicht nur in der Politik, bei Künstlern wie Startenor Jose Carreras und Unternehmern. Zu ihnen gehört auch der frühere Bayern-Trainer Pep Guardiola. "Es geht nicht um Unabhängigkeit, es geht um Demokratie", sagte er kürzlich.

    Katalonien hat übrigens eine eigene "Nationalmannschaft". Und das schon seit Jahrzehnten. Das erste Länderspiel ging 1912 in Paris gegen Frankreich mit 0:7 verloren. Kein Geringerer als der im Vorjahr gestorbene Johan Cruyff war zwischen 2009 und 2013 Trainer der Seleccio Catalana. (APA, 26.9.2017)

    • Zuletzt gewann Barcelona das Katalonien-Derby bei Girona mit 3:0. Die Estelada war allgegenwärtig.
      foto: apa/afp/lago

      Zuletzt gewann Barcelona das Katalonien-Derby bei Girona mit 3:0. Die Estelada war allgegenwärtig.

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