"Hollywood in Vienna": Jubiläum mit Märchensounds und Danny Elfman

    26. September 2017, 12:35
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    US-Filmkomponist erhält beim Galakonzert am Freitag den Max-Steiner-Award

    Wien – Zum zehnten Mal geht diese Woche die Gala "Hollywood in Vienna" im Konzerthaus über die Bühne. "Ich wollte, dass die Menschen mehr über die musikalische Verbindung zwischen Wien und Hollywood erfahren", erinnerte Gründerin Sandra Tomek bei einem Pressegespräch am Dienstag an die Anfänge der Veranstaltung. Heuer stehen nicht nur Märchensounds im Fokus, sondern auch die Werke von Danny Elfman.

    Der US-Komponist, bekannt für seine Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Tim Burton oder Sam Raimi sowie Schöpfer der "Simpsons"-Titelmusik, wird am Freitag den Max-Steiner-Award erhalten. Die Gala sowie die Auszeichnung seien laut Tomek Versuche, "Filmkomponisten ins Schweinwerferlicht" zu holen. Sie hob dabei auch den maßgeblichen Einfluss von Wiener Komponisten wie Steiner und Erich Wolfgang Korngold hervor, die in den USA gemeinhin als "Väter der Filmmusik" gelten.

    Traditionellerweise steht beim Galakonzert (wie auch dem Vorkonzert am Donnerstag) eine Hälfte des Abends im Zeichen des Preisträgers. Das ORF-Radiosymphonieorchester (RSO) wird unter der Leitung von John Mauceri und James Shearman Ausschnitte aus Filmen wie "Edward mit den Scherenhänden", "Batman" oder "Alice im Wunderland" zum Erklingen bringen. Die erste Hälfte hat – passend zum fantastischen Oeuvre von Elfman – das Motto "Fairytales", mit Stücken aus "La La Land", "Life of Pi" oder "Die Schöne und das Biest". Moderiert wird die Gala von Steven Gätjen.

    Für Elfman ist die Auszeichnung eine große Ehre, "nicht zuletzt wegen der historischen Bedeutung. Eigentlich kümmere ich mich nicht um Preise, weil man Musik meiner Ansicht nach nicht vergleichen oder auf ein Podest stellen kann." Aber vor Steiner und Korngold habe es keine Filmmusik im modernen Sinn gegeben. "Für mich beginnt alles mit Steiner und 'King Kong'. Davor gab es so etwas nicht: Musik, die zu den Bildern passt und sich darauf bezieht. Das ist genau das, was wir heute noch machen", betonte Elfman.

    Er selbst verfüge über keine klassische Ausbildung. "Meine Ausbildung war das Kino", so der Komponist. "Meine Kirche war ein kleines Kino am Ende der Straße. Alles, was ich darüber weiß, kommt von diesen Filmen und der Filmmusik." Teil seiner Aufgabe sei es, in den Kopf des Regisseurs zu kommen, erläuterte der 64-Jährige. "Und das kann schon mal ein schwieriges Puzzle sein. Unser Job ist zu interpretieren, was sie denken, aber nicht ausdrücken können." Seiner Arbeit mit dem RSO blickt er freudig entgegen. "Klarerweise sind meine Erwartungen sehr hoch, immerhin ist das Level in Wien unglaublich." (APA, 26.9.2017)

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