Kern: Weder Inserate noch Interviews im Wahlkampf für "Österreich"

26. September 2017, 08:21
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SPÖ-Chef auf Facebook: "Offenbar erwartet sich der Herausgeber dadurch mit anderen Kandidaten bessere Geschäfte"

Wien – SPÖ-Chef Christian Kern will der Tageszeitung "Österreich" im Wahlkampf weder Interviews geben noch Inserate buchen. Die Zeitung hat ein internes Papier unter anderem über das "Glaskinn" von SPÖ-Chef Christian Kern veröffentlicht. Auf Facebook verkündete der Kanzler Montagabend wie berichtet: "Nur, weil ich bei einer Wahl kandidiere, heißt das noch lange nicht, dass ich alles mitmachen muss."

Die SPÖ ließ dazu Montagabend wissen, dass der Inserate-Boykott nur die Wahlkampf-Aktivitäten der Sozialdemokraten betrifft. Nicht umfasst sind Werbeschaltungen des Kanzleramts.

"Geschäfte"

Die Tageszeitung "Österreich" führe eine Kampagne gegen seine Person, argumentiert Kern. Jeden Tag würden verleumdende Texte und abwertende Fotomontagen veröffentlicht: "Offenbar erwartet sich der Herausgeber dadurch mit anderen Kandidaten bessere Geschäfte." Die moralische Qualifikation in diesem Fall überlasse er gerne anderen, aber es sei sein gutes Recht zu sagen: "Ich mache da nicht mehr mit."

Keine Wahlkampf-Inserate

Kerns Vorhaben lautet folgendermaßen: "Keine Interviews mit mir in 'Österreich', keine TV-Diskussionen auf oe24. Und natürlich auch keine Wahlkampf-Inserate." Für ihn ist klar, dass er als Politiker kritische Berichterstattung aushalten müsse und sie sich bei inhaltlichen Fragen sogar mehr wünschen würde: "Aber hier geht es nicht um kritische Berichterstattung, sondern um eine Kampagne und um einen Angriff auf die politische Kultur im Land."

Das interne Dossier, das offenbar von einem früheren SPÖ-Pressesprecher der Ära Alfred Gusenbauer für den mittlerweile gefeuerten Berater Tal Silberstein verfasst worden war, tauchte schon vor einiger Zeit in Auszügen in der "Kronen Zeitung" auf. "Österreich" veröffentlichte es in den vergangenen Tagen mehrfach. Das von Kern gezeichnete Bild darin ist wenig schmeichelhaft. Er wird unter anderem als "Prinzessin" und "ungemein eitel" bezeichnet. Ferner schreibt der Verfasser: "Er hält Kritik (mediale Schelte) nicht aus und reagiert nervös, um nicht zu sagen panisch." (APA, 26.9.2017)

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