Oberösterreichische Großbetriebe greifen Start-ups unter die Arme

26. September 2017, 07:16
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Leitbetriebe und Start-ups begeben sich am Linzer Hightech-Inkubator Tech2b in ein Boot

Linz – Für Start-ups ist in der Wirtschaftswelt die See oft rau, der Gegenwind mitunter stark, und es mangelt nicht selten an entsprechenden Navigationsfähigkeiten. Um kreativen Neustartern dennoch eine Fahrt in einen sicheren Hafen zu ermöglichen, gehen in Oberösterreich jetzt erfahrene Leitbetriebe mit an Bord.

Der Linzer Hightech-Inkubator Tech2b hat die Initiative "Pier 4" ins Leben gerufen. Und acht internationale Betriebe – Amag, Elin, Energie AG, Fabasoft AG, Lenzing AG, Miba AG, Primetals Technologies und TGW – haben angedockt. Definiert wurden von den Unternehmen bestimmte Suchfelder wie etwa künstliche Intelligenz, Informationssicherheit, Digitalisierung, E-Mobilität und smarte Materialien. Anhand dieser Kriterien sucht Tech2b passende Start-ups. Und zwar nicht nur im eigenen Bundesland und im übrigen Österreich, sondern vor allem auch im Ausland.

Einladung

Ist ein passendes Jungunternehmen gefunden, folgt die Einladung nach Linz – und ein Treffen mit den "Big Playern" am neuen Lande- und Umschlagplatz Pier 4. Die Leitbetriebe steuern Know-how und andere Ressourcen bei. Wobei sich mehrere Start-ups für ein Unternehmen oder mehrere Unternehmen für ein Start-up zusammenfinden können.

Ist das Projekt erfolgreich, stehen Beteiligungs- und Kooperationsmöglichkeiten in Aussicht, scheitert es, teilt sich das Risiko entsprechend auf. "Man muss sich das einfach wie einen lebendigen Industriehafen etwa in Genua vorstellen. Dort legen kleine und große Boote an. Und es ist Platz für alle", erläutert Tech2b-Geschäftsführer Markus Manz.

Raiffeisen stellt Startkapital

Für die Füllung der Bordkassa, anberaumt ist das Projekt vorerst bis Ende 2018, sorgt übrigens die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. "Wir bringen eine Million Euro an Eigenkapital für die Start-ups ein. Als starker Finanzpartner wollen wir einen Beitrag leisten, dass der oberösterreichische Wirtschaftsstandort weiterhin wettbewerbsfähig und dynamisch bleibt", so Generaldirektor Heinrich Schaller.

Hörbar begeistert ist auch der politische Steuermann. "Mit Pier 4 holen wir internationale Start-ups ins Boot, damit positioniert sich Oberösterreich für die industrielle Zukunft. Denn wir brauchen den Spirit und Speed von Start-ups, gebündelt mit der Erfahrung und der Sicherheit unserer erfolgreichen Industrieunternehmen", sagt Wirtschaftslandesrat Michael Strugl (ÖVP).

Auf Unternehmensseite will man auf Gleichberechtigung setzen. "Es geht um eine Begegnung auf Augenhöhe. Pier 4 ist für uns ein Tor zur Start-up-Szene. Und wir wollen mit dieser Kooperation zeigen, dass auch innerhalb etablierter Unternehmen eine Start-up-Kultur möglich ist: Bei uns ist jede noch so schräge Idee willkommen", so Miba-Manager Christian Zeilinger. (Markus Rohrhofer, 26.9.2017)

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