IWF will EZB bei künftigen Krisen stärker einspannen

    25. September 2017, 16:10
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    Nationale Zusagen seien überholt. Im Gegenzug für künftige Hilfszahlungen will der Internationale Währungsfonds IWF Zusicherungen der Euro-Notenbank über Rettungsmaßnahmen

    Frankfurt – Der Internationale Währungsfonds (IWF) will bei neuen Krisen in Europa die EZB stärker in die Pflicht nehmen. Im Gegenzug für Hilfszahlungen an Mitgliedsstaaten solle es eine Zusicherung der Euro-Notenbank geben, Rettungsmaßnahmen nach Maßgabe des Fonds durchzuführen, berichtete der "Spiegel" am Montag.

    "Wenn es Maßnahmen gibt, die für den Erfolg eines Programms ausschlaggebend sind, können die Mittel des Fonds nicht ohne zufriedenstellende Zusicherung seitens der Unionsebene zur Verfügung gestellt werden", wird aus einem 34-seitigen Papier zitiert. Als konkrete Beispiele werden demnach Stresstests und Liquiditätshilfen für Banken sowie deren Abwicklung genannt, aber auch Kaufprogramme für Staatsanleihen durch die EZB werden erwähnt.

    Zusagen nationaler Regierungen überholt

    Anlass für die Überlegungen sei, dass Euro-Mitglieder Teile ihrer Zuständigkeiten an übernationale Einrichtungen abgetreten hätten. In den üblichen Vereinbarungen mit Ländern in Zahlungsnot könnten die betroffenen Regierungen für diese Bereiche keine Zusagen mehr machen.

    "Der jetzige Zustand ist keine brauchbare Option mehr", zitiert das Magazin aus dem Papier. Die europäischen Vertreter beim IWF würden sich aber gegen die Pläne wehren, da sie die Überlegungen für einen Angriff auf die Unabhängigkeit der EZB hielten. (APA, Reuters, 25.9.2017)

    • IMF-Chefin Christine Lagarde erhebt den Zeigefinger. Der Währungsfonds will Kredite für Euro-Krisenländer künftig nur gegen Zusagen der EZB locker machen.
      foto: reuters / jeenah moon

      IMF-Chefin Christine Lagarde erhebt den Zeigefinger. Der Währungsfonds will Kredite für Euro-Krisenländer künftig nur gegen Zusagen der EZB locker machen.

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