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Österreichs Bildungsverleger gehen in die Offensive

25. September 2017, 16:00

Die Bildungsverleger auf dem Weg in die Zukunft. Nicht Buch gegen Digital, vielmehr Buch und Digital stehen fix auf der Agenda

Das Schulbuch der alten Schule hat schon lange ausgedient. Seit Jahren kommen Österreichs Schüler in den Genuss hybrider Lernmedien – das gedruckte Buch wird in Kombination mit dem E-Book angeboten. Und Bildungsverleger bieten darüber hinaus eine große Zahl digitaler Produkte zu allen Fächern für Schüler und Lehrer an – Lern-App, Whiteboard-Software, Online Plattformen sind mittlerweile Standard.

Verleger setzen auf technische Innovationen

Nun machen die Verleger den nächsten Schritt – sie setzen auf weitere technische Innovationen als Ergänzung zum gedruckten Buch, entwickeln im Dialog mit Politik, Lernenden und Lehrenden qualitativ hochwertige, lehrplangerechte und aktuelle Bildungsmedien. Inhalte der Lehrpläne werden unter Berücksichtigung neuester didaktischer und pädagogischer Erkenntnisse umgesetzt, zukunftsorientierte Lernmethoden werden berücksichtigt, um bildungspolitische Vorgaben für Lernprozesse optimal umzusetzen. Wissen wird auf diese Weise anschaulich und nachhaltig vermittelt. Darüber steht eine klare Headline: „Das Medienformat ist in diesem Prozess vorerst nebensächlich, Inhalte stehen im Vordergrund“. Diese ist untermauert mit den Erkenntnissen von Lernpsychologen und Kognitionsforschern, die attestieren, dass der Prozess des Lernens seine eigenen Gesetzmäßigkeiten hat, die sich auch im digitalen Zeitalter nicht geändert haben.

Der Kreis schließt sich mit dem Buch

Markus Spielmann, der Sprecher von Österreichs Bildungsverlegern, hält dazu fest, dass sich die Bandbreite der Möglichkeiten von Lösungen durch digitale Angebote verändert habe – und das gelte es zu nutzen. Heißt: Spannender als das praktische Online-Wörterbuch sind etwa Flipped Classroom, Independant Learning und differenzierte, bzw. individualisierte Lernangebote. Und selbst angesichts dieses Kontextes sei klar, skizziert Spielmann die Zukunft weiter, „dass es jede Menge Lerninhalte gibt, für deren Vermittlung ein Print-Produkt nach wie vor die beste Lösung darstellt.“ Das einleuchtende Beispiel dazu: „Haben Sie schon einmal versucht, eine Geometrieaufgabe am Tablet zu lösen?“ 

Die Rahmenbedingungen sind zu adaptieren

Vor diesem Hintergrund werden in Österreichs Bildungsverlagen realistisch anwendbare Lösungen für die (aktuelle) Situation in Schulen entwickelt. In den allermeisten Fällen also ein Medien-Mix, „ein Hybridangebot aus Print und verschiedenen digitalen Medien“, weist Verlegersprecher Markus Spielmann die Richtung.

Apropos Rahmenbedingungen – diese beinhalten die Aus- und Fortbildung der Pädagoginnen und Pädagogen gleichermaßen wie die Erkenntnis, dass das Primat der Technik nicht das Primat des Lernens und der Pädagogik überlagern darf. Diesem klaren Appell an die Politik fügt Spielmann weitere Punkte an. Etwa einen angemessenen Finanzierungsrahmen, mehr Flexibilität im Medienmix zwischen Print und Digital sowie qualitätsgesicherte Inhalte bei allen Bildungsprodukten. Die Bildungsverleger stellen damit eines klar – sie sind auch in Zukunft die Experten in der Entwicklung zeitgemäßer Unterrichtsmaterialien und damit wesentliche Gesprächspartner und Mitgestalter.

Ein Blick in die Arbeitswelt der Zukunft

Mag. Julia Bock-Schappelwein, wissenschaftliche Mitarbeiterin des WIFO, stellte in ihren Ausführungen klar, dass die Grundkompetenzen Rechnen, Schreiben und Lesen gerade im digitalen Zeitalter immer größeren Wert bekämen. „Wenn Roboter und Algorithmen standardisierte Arbeiten übernehmen, wird die Bildung umso wichtiger, um Kommunikations- und Problemlösungskompetenz zu zeigen“. Nur mit solchen individuellen Skills werden viele Menschen künftig ihren Arbeitsplatz sichern können. Dazu gibt Bock-Schappelwein zu bedenken, dass aktuell ein Fünftel der Buben und ein Viertel der Mädchen (Alter 10 Jahre) die Grundstandards in Mathematik nicht erreichen, beim Lesen versagen knapp über 40 % der Buben und 33 % der Mädchen (Alter 10 Jahre). Ihr Schluss daraus: Bleiben diese jungen Menschen auf diesem Standard, werden sie immer den schlechteren Job, weniger Gehalt und mehr gesundheitliche Probleme haben.

Exklusive Umfrage unter Schülerinnen und Schülern

Eine Umfrage unter 587 Jugendlichen förderte hingegen auch zutage, dass 14- bis 18-Jährige gerne Lesen, das Buch schätzen, das E-Book individuell einsetzen und bei Schulmedien das hybride Modell klar bevorzugen. Wenngleich: Zum Lernen wird vermehrt das gedruckte Buch zur Hand genommen. Kein Persilschein für Österreichs Bildungspolitik, denn die Studie des WIFO ist damit nicht vom Tisch.

Eine Schlussbemerkung

Diskutiert wurden diese Aspekte im Zuge eines Symposions zum Thema „Lernen, üben und merken“ – Der Masterplan zur Entwicklung von Bildungsmedien der Zukunft für Österreichs Schülerinnen und Schüler in der Sky Lounge der Wirtschaftskammer Österreich. Als Basis für diese Veranstaltungen wurden Expertisen namhafter Wissenschaftler (Konrad Paul Liessmann, Rudolf Taschner, Gerald Lembke) herangezogen, sowie Untersuchung des WIFO und des Grazer Trendbüros bmm. Detaillierte Aussagen dazu sind in dem diesem Text beigefügten Symposions-Magazin nachzulesen.

  • Artikelbild
    michael weinwurm
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