Trump-Schwiegersohn Kushner nutzte Privataccount für Regierungsmails

    25. September 2017, 13:14
    40 Postings

    Im Wahlkampf hatten die Republikaner Donald Trumps Konkurrentin Hillary Clinton noch dasselbe vorgeworfen

    Washington – Der Wahlkampf um das US-Präsidentschaftsamt im vergangenen Jahr wurde stark durch die "E-Mail-Affäre" der demokratischen Bewerberin Hillary Clinton geprägt. Dass sie ihren privaten Server zum Versand und Empfang einiger Nachrichten während ihrer Zeit als Außenministerin genutzt hatte, war von ihrem Konkurrenten und nunmehrigen Amtsinhaber Donald Trump stetig kritisiert worden.

    Seinen Anhängern versprach er auf Wahlkampfauftritten, seine Kontrahentin dafür hinter Gitter bringen zu wollen, nahm aber nach dem Urnengang wieder Abstand davon. Das FBI attestierte Clinton zwar Gesetzesverstöße durch ihren Umgang mit beruflichen Mails, empfahl aber letztlich, keine Strafverfolgung einzuleiten.

    Konto während Übergangszeit eingerichtet

    Nun sieht sich Trumps Schwiegersohn und hochrangiger Regierungsberater Jared Kushner mit ähnlichen Anschuldigungen konfrontiert. Wie Politico recherchiert hat, hat er sich mit anderen Mitarbeitern des Weißen Hauses sowie externen Beraten und anderen Personen über eine private Mailadresse über Regierungsangelegenheiten ausgetauscht. Dem Medium liegen zur Bestätigung "rund zwei Dutzend E-Mails" vor.

    Eingerichtet worden soll das fragliche Konto im Dezember, während der Übergang von der Regierung Obama zur Administration seines Nachfolgers in Vorbereitung war. Der Bericht wird von Kushner nicht bestritten. Sein Anwalt Abbe Lowell spricht von "weniger als 100 E-Mails", die zwischen Jänner und August "zwischen Kushner und Kollegen im Weißen Haus" gesendet und empfangen wurden. Es soll sich hauptsächlich um weitergeleitete Nachrichtenartikel oder politische Kommentare handeln, so Lowell.

    Auch Priebus und Bannon nutzten private Konten

    Zu den Kontakten zählen unter anderem der ehemalige Stabschef Reince Priebus, der kürzlich abgetretene Strategieberater und zum Rechtsaußen-Medium Breitbart zurückgekehrte Steve Bannon. Beide sollen ebenfalls mitunter über private E-Mail-Konten an den Konversationen teilgenommen haben.

    Laut Politico gibt es keine Anzeichen dafür, dass sensible oder klassifizierte Informationen ausgetauscht wurden. Laut Personen aus Kushners Umfeld präferiere dieser üblicherweise Anrufe und SMS anstelle von E-Mails. Details zu den technischen Absicherungsmaßnahmen für Kushners private Mailadresse wollten seine Sprecher nicht nennen. (red, 25.09.2017)

    • Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump ist hier im Weißen Haus Mitte September zu sehen.
      foto: ap

      Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump ist hier im Weißen Haus Mitte September zu sehen.

    Share if you care.