Russlands größte Torrent-Seite feierte Geburtstag im China-Restaurant

    24. September 2017, 13:12
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    "RuTracker" widersetzt sich seit Jahren allen behördlichen Maßnahmen

    Das Torrent-Portal "The Pirate Bay" gilt als symbolhaftes Beispiel, wenn es um die Auseinandersetzung zwischen Rechteinhabern und Filesharing im Internetzeitalter geht. Doch das in Schweden entstandene Projekt ist nicht das einzige Beispiel beständiger Widerborstigkeit gegenüber den Ansprüchen der Contenthersteller, erinnert Torrentfreak.

    Die russische Seite "RuTracker" ist mittlerweile 13 Jahre alt. Und sie erfreut sich immer noch großer Beliebtheit, auch bei internationalen Besuchern und trotz scharfen Gegenwindes. Am Samstag (23.9.) hat man alle volljährigen Mitglieder in ein China-Restaurant in St. Petersburg geladen.

    Nutzeransturm trotz Blockade

    Wie viele Nutzer sich tatsächlich einen der begrenzten Sitzplätze gesichert haben, ist bisher nicht bekannt. Insgesamt gibt es jedenfalls über 15 Millionen registrierte User auf dem Portal. In sieben Jahren hat man die Zahl damit fast vervierfacht.

    Das ist umso erstaunlicher, als dass man sich im Dauerclinch mit den russischen Behörden befindet. 2010 wurde der damals noch als Torrents.ru firmierenden Seite aus diesem Grunde der Server abgedreht und die Domain konfisziert. Auch als "Rutracker" ist man mittlerweile in ganz Russland auf der staatlichen Blacklist, die von allen Internetprovidern umgesetzt werden muss. Dennoch sind alleine in diesem Jahr fast 800.000 neue Mitglieder hinzugekommen.

    90 Millionen Besucher monatlich

    Obwohl es von der Seite keine offizielle englische Übersetzung oder anderssprachige Versionen gibt, finden auch immer mehr Besucher aus internationalen Gefilden ihren Weg dorthin. Ein Grund dafür dürfte sein, dass in einigen Ländern verschiedene Portale wie KinoX oder Pirate Bay mittlerweile geblockt werden. Dazu erleichtern immer besser werdende Übersetzungstools wie Google Translate die Verwendung des Portals auch für Menschen, die des Russischen nicht mächtig sind.

    Man sieht sich selbst als "die größte russische Medienbibliothek" und wolle sich nicht der Staatsmacht ergeben, die "von den Monopolisten der Medienindustrie" beeinflusst werde. Jeden Tag fügen Nutzer auf RuTracker durchschnittlich 470 neue Torrents hinzu. Laut den Statistiken von Similarweb finden jeden Monat 90 Millionen Besucher auf die Seite. (red, 24.09.2017)

    • Trotz aller behördlichen Maßnahmen erfreut sich RuTracker steigender Beliebtheit.
      foto: derstandard.at/pichler

      Trotz aller behördlichen Maßnahmen erfreut sich RuTracker steigender Beliebtheit.

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