14-jähriger Vorarlberger tötete schlafenden Vater

24. September 2017, 13:33
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Mit einem Küchenmesser erstach ein Schüler in der Nacht auf Sonntag seinen Vater, verletzte die Mutter und sich selbst. Das Motiv ist ungeklärt

Götzis – Ein Familienabend endete in der Vorarlberger Marktgemeinde Götzis im Bezirk Feldkirch in der Nacht auf Sonntag tödlich. Nach einem gemeinsamen Abendessen und anschließendem Fernsehabend mit den Eltern rastete ein 14-jähriger Schüler vollkommen aus. Er tötete seinen Vater, verletzte die Mutter und sich selbst schwer.

Gegen Mitternacht alarmierte ein Nachbar die Polizei. Was die Polizei am Sonntag über den Tathergang wusste: Der Jugendliche stach mit einem Küchenmesser auf den im Wohnzimmer schlafenden Vater, einen 51-jährigen Kleinunternehmer, ein. Die Mutter (52), sie hatte sich schon ins Schlafzimmer zurückgezogen, rannte ins Wohnzimmer und versuchte den Sohn vom Vater wegzuziehen.

Psychische Erkrankung möglich

Dabei wurde sie von ihrem Sohn ebenfalls mit dem Messer attackiert und verletzt, anschließend stach sich der Jugendliche selbst in den Hals. Der durch Bauchstiche schwer verletzte Vater starb wenig später im Krankenhaus. Mutter und Sohn wurden ebenfalls ins Krankenhaus gebracht, ihre Verletzungen sind nicht lebensgefährlich.

Die Mutter gab laut Chefermittler Norbert Schwendinger an, dass man einen ruhigen Abend miteinander verbracht habe. Der Tat sei kein Streit vorangegangen. Der 14-Jährige sei unbescholten, sagte Schwendinger.

Die "ganz normale einheimische Familie" habe unauffällig in einem Doppelhaus gelebt, es sei nichts über familiäre Gewalt bekannt. Der Jugendliche wird nun psychiatrisch untersucht. Lässt es sein Gesundheitszustand zu, wird er in die Justizanstalt Feldkirch gebracht.

Eine Woche zuvor hatte im Nachbarort Hohenems ein Familienvater seine Frau, zwei Töchter und sich selbst mit einem Küchenmesser getötet. Eine Nachahmungstat ist laut Schwendinger unwahrscheinlich. (Jutta Berger, 24.9.2017)

  • Ein Rettungsfahrzeug vor dem Tatort in Götzis.
    foto: apa/dietmar mathis

    Ein Rettungsfahrzeug vor dem Tatort in Götzis.

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