BMW M550i: Wie der Münchner im Himmel

    7. Oktober 2017, 07:55
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    BMW hat vom 5er einen kleinen M, den M550i gebaut. Der könnte die bessere Wahl als der M5 sein, wenn man das Auto täglich fährt und es nicht nur sammelt.

    Wien/Burgenland – Dem Alois Hingerl, Dienstmann Nummer 172 am Münchner Hauptbahnhof, dem das Frohlocken nicht so recht gelingen wollte, wenn Sie sich erinnern, dem wäre der BMW M550i mit dem xDrive wie der Himmel auf Erden vorgekommen. Das Hofbräuhaus nix dagegen.

    foto: guido gluschitsch
    Bei so viel Eleganz glaubt man auf den ersten Blick gar nicht, welche Hölle losbricht, wenn man den 462 PS starken Twin-Turbo-V8 richtig füttert.

    Nach dem ersten beherzten Tritt aufs Gaspedal kommt einem ein so schönes und anerkennendes Halleluja aus, dass wir die Geschichte vom Münchner im Himmel bis heute nicht kennen würden, hätte der Alois Hingerl seinerzeit so schön frohlockt.

    Dabei ist der M550i eh noch der kleine M, wenn man so will. Der Twin-Turbo-V8-Zylinder mit 4,4 Liter Hubraum – seit dem Ende der Sauger stimmt die Nomenklatur nimmer mit dem Hubraum zusammen – leistet stolze 462 PS. Der M5, der auf der IAA in Frankfurt präsentiert wurde, holt dann gar 600 PS aus dem V8-Motor.

    foto: guido gluschitsch
    Was für ein Heck.

    Der M550i spielt da also schon in einer anderen Liga. Ja, er ist sehr sportlich. Gerade einmal vier lächerliche Sekunden braucht er für den Sprint auf 100 km/h. Aber er ist gleichzeitig ein regelrechter Luxuswagen. Da sitzt man herrlich entspannt – sogar in der zweiten Reihe -, hat dabei schön viel Platz, auch im Kofferraum, und ist umgeben von Holz und Leder.

    foto: guido gluschitsch
    Ordentlich fein ist auch die Landschaft in der zweiten Reihe.

    Zudem hat BMW alles an Assistenzsystemen in den Test-550er gepackt, was man auf vier Rädern spazieren führen kann. So würde dieser BMW eigentlich eh schon allein auf der Autobahn fahren, wenn er dürfte. Und wenn es einmal staute, dann haben wir ihn auch selber fahren lassen, nur mehr die Hände aufs Lenkrad gelegt und beobachtet, ob der Bayrische eh keinen Fehler macht.

    foto: guido gluschitsch
    Innen eine Kombination aus Luxus und Sportlichkeit samt Gestensteuerung.

    Die Fuchtlomatic, wie der Hingerl Alois die Gestensteuerung schimpfen würde, hat sich uns immer noch nicht erschlossen, sehr beeindruckt hat uns aber die digitale Rundumsicht dank der vielen Kameras, die dann wieder gutmacht, dass die Fenster mehr dem Design als der Durchsicht dienen.

    Fahrerlebnisschalter

    Die Spreizung, die BMW mit dem Fahrerlebnisschalter zwischen Sport und Komfort schafft, hätte man sich vor einigen Jahren nicht denken lassen. Da stecken vier unterschiedliche Autos in einem. Und sogar die Lenkung passt haargenau, weil sie eben genau an der Grenze zwischen sportlichem Komfort und kompromissloser Direktheit ist.

    foto: guido gluschitsch
    Flanke mit Baum

    Nur beim Preis, da würde dem Alois Hingerl ein "Saggramend" auskommen, obwohl ja in München zum Kaufpreis von rund 100.000 Euro für einen sehr schönen M550i nicht auch noch ein Packl Steuern dazukommen.

    Dafür wissen wir jetzt, wo der Hingerl seine himmlischen Eingebungen wirklich abgeliefert hat. (Guido Gluschitsch, 6.10.2017)

    foto: guido gluschitsch

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    BMW

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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