Deutlich günstigere Aids-Medikamente für Afrika

    23. September 2017, 08:00
    5 Postings

    Durch eine Vereinbarung zwischen Generikaherstellern und der Bill-Gates-Stiftung soll eine Behandlung maximal 75 Dollar pro Jahr kosten

    Eine Vereinbarung zwischen Generikaherstellern und der Bill-Gates-Stiftung soll Millionen Aids-Kranken in Afrika einen besseren Zugang zu modernen HIV-Medikamenten verschaffen. Eine Behandlung mit der neuen Therapie mit dem Wirkstoff Dolutegravir kostet dann nur maximal 75 Dollar (62,46 Euro) im Jahr pro Patient – das ist weniger als der Listenpreis für eine Behandlung am Tag in den USA.

    Im Gegenzug sicherte die Bill-Gates-Stiftung den in Indien ansässigen Pharmakonzernen Mylan Laboratories und Aurobindo Pharma feste Absatzmengen zu. Im Rahmen der kürzlich vorgestellten Vereinbarung soll die Behandlung 92 armen Ländern zur Verfügung gestellt werden. In Afrika, wo die weltweit meisten HIV-Infizierten leben, soll der Anfang gemacht werden.

    Die neue Partnerschaft ist die bisher größte ihrer Art. Beteiligt sind auch die Regierungen von Südafrika und Kenia, die Clinton Health Access Initiative und amerikanische, britische und UN-Agenturen. Im Rahmen der Vereinbarungen fahren Mylan und Aurobindo ihre Produktion der Arznei, eine Kombination aus Dolutegravir und anderen Wirkstoffen, hoch. Bei herkömmlichen Therapien können die Medikamente mit der Zeit ihre Wirksamkeit verlieren, da das Virus unempfindlich gegen die Wirkstoffe wird und sich im Körper wieder vermehren kann. Die moderne Kombinationstherapie können Gesundheitsministerien und öffentliche Institutionen ab dem kommenden Jahr zu dem gedeckelten Preis kaufen und damit schätzungsweise mehr als eine Milliarde Dollar (832,85 Millionen Euro) in den nächsten sechs Jahren einsparen.

    Anlass zur Sorge

    Weltweit gibt es rund 37 Millionen HIV-Infizierte. Nur etwas mehr als die Hälfte von ihnen bekommt antiretrovirale Therapien, die die Erkrankung im Schach halten. Das ist zwar ein deutlicher Fortschritt in den vergangenen 20 Jahren. Anlass zur Sorge geben aber die zunehmenden Resistenzen und gesunkene Preise. Sie bremsen den Antrieb der Generikonzerne, kostengünstigere Nachahmermedikamente herzustellen. Deshalb habe seine Stiftung den indischen Herstellern umfangreiche Absatzgarantien gegeben, sagte Microsoft-Gründer Gates. "Der Markt ist immer an der Kante, wo diese Leute nicht genug Geld machen, um im Geschäft zu bleiben."

    Dolutegravir wurde von dem HIV-Spezialisten ViiV Healtcare entwickelt, der mehrheitlich im Besitz des britischen Pharmariesen Glaxo Smith Kline ist. Die Firma hat mit Generikaherstellern Lizenzdeals abgeschlossen, um niedrigpreisigere Versionen der Arznei in armen Ländern verfügbar zu machen. In westlichen Märkten setzen Firmen wie Glaxo und Gilead Milliarden von Dollar mit ihren patentgeschützten Aids-Medikamenten um. (APA, 23.9.2017)

    Share if you care.