Bandenkriminalität in Österreich deutlich im Steigen

21. September 2017, 13:18
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Besonders Schutzgelderpressungen schwer aufzudecken

Wien – Das Bundeskriminalamt hat vergangenes Jahr eine Zunahme der Bandenkriminalität um 40 Prozent gegenüber 2015 verzeichnet, berichtete das Ö1-"Morgenjournal" am Donnerstag. Landes- und Bundeskriminalamt wollen nun auf bessere Vernetzung und mehr Kontrollen setzen.

Als Bandenkriminalität gelten Gruppen von drei oder mehr Personen, die sich vernetzen und kriminelle Taten begehen, etwa Raubüberfälle, Drogenhandel oder Schutzgelderpressung. Diese Form der Kriminalität sei in Österreich im Steigen, sagte Andreas Holzer, Leiter der Abteilung Organisierte Kriminalität und Ermittlungen im Landeskriminalamt. "Natürlich haben wir einen klaren Fokus auf Täter vom Westbalkan bzw. aus dem Osten", so Holzer, hinzugekommen seien die Herausforderungen aufgrund der Migrationslage 2015. "Hier sprechen wir von verschiedenen Ethnien und Communitys, konkret zum Beispiel Syrer und Afghanen."

Gezielt nach Österreich gebracht

Ein Teil der Betroffenen werde etwa gezielt nach Österreich gebracht, um etwa mit Drogen zu handeln. Das Bandengeschäft sei hochorganisiert, erklärte Holzer. So bedürfe der Drogenhandel etwa eines Ursprungsorts, des Transports in das Zielland, eines Verteilernetzwerks sowie Subdealern. Das könne nur durch gute Arbeitsteilung organisiert werden.

Insbesondere die Schutzgelderpressungen seien für die Polizei aber schwer aufzudecken, da es oft keinen Kläger gebe. Hier sei es grundsätzlich etwas schwieriger, weil viel innerhalb der Community stattfinde, so Holzer. "Aber gerade die letzten Fälle haben aus meiner Sicht gezeigt, dass das Vertrauen in die Polizei da ist, weil sich aufgrund der medialen Berichterstattung immer mehr Opfer gemeldet haben."

Das Bundeskriminalamt appelliert an Betroffene, sich bei der Polizei zu melden. Landes- und Bundeskriminalamt setzen nun auf verstärkte Maßnahmen, um der Bandenkriminalität Einhalt zu gebieten, etwa bessere Vernetzung und mehr Kontrollen. (APA, 21.9.2017)

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