Stöger erlebt schwerste Krise mit Köln

21. September 2017, 10:26
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Der 1. FC Köln nähert sich mit einem 0:1 gegen Frankfurt einem Negativrekord. Hannover bleibt dank Harnik ungeschlagen

Köln – Kölns schlechtester Saisonstart der Klubgeschichte dauert an. Der Klub von Trainer Peter Stöger ist nach fünf Runden der deutschen Bundesliga weiter ohne Punkt und hängt am Tabellenende fest. Gegen Eintracht Frankfurt setzte am Mittwoch eine 0:1-Heimniederlage, Sebastien Haller verwertete in der 22. Minute einen umstrittenen Foulelfmeter.

Erneut haderten die Kölner mit der Schiedsrichterleistung. Bundesliga-Debütant Martin Petersen entschied bei zwei ähnlich strittigen Szenen unterschiedlich. Im Strafraum der Kölner führte eine Intervention von Goalie Timo Horn gegen Mijat Gacinovic zum Elfmeter. Auf der Gegenseite blieb der Pfiff bei einer Aktion von Simon Falette in den Rücken von Leonardo Bittencourt kurze darauf aus. Für einen Eingriff fehlte dem Videoassistenten in beiden Fällen offenbar der stichhaltige Beweis.

Verheerende Statistik

Stöger hatte seine Abwehrkette nach der 0:5-Pleite in Dortmund auf drei Positionen umgestellt. Sehenswertes bot das Spiel kaum – vor allem deshalb, weil den Kölnern in der Offensive die Ideen fehlten. Zweimal wurden sie gefährlich, doch vor der Pause verhinderte der Kopf von Makoto Hasebe und nach dem Seitenwechsel ein schlechter Abschluss von Yuya Osako den Torerfolg.

So bleiben die Kölner mit null Punkten und 1:13 Toren Letzter. Eine schlechtere Ausbeute nach fünf Spieltagen hatte in der Bundesliga-Geschichte nur der Karlsruher SC gleich in der ersten Saison 1963/64 mit null Punkten und 2:17 Toren. Frankfurt, das erstmals seit 1994 in Köln gewann, arbeitete sich mit sieben Punkten ins Mittelfeld vor.

Stöger: Sachlich weiterarbeiten

"Über den Videobeweis möchte ich heute nicht sprechen. Vielleicht morgen. Heute nicht. Nach der Pause haben wir gesagt, dass wir uns auf unser Spiel konzentrieren müssen. Für uns heißt es nun, uns auf das Spiel am Sonntag vorzubereiten und unsere Fehler abzustellen", meinte Stöger nach dem Spiel.

"Es ist schwierig, wenn du unten stehst", so der Wiener weiter. Er könne der Mannschaft aber keinen Vorwurf machen, alle hätten in der zweiten Halbzeit alles versucht. "Wir werden unseren Weg weiter durchziehen und nichts in Richtung Aktionismus tun. Es geht um sachliche Arbeit."

Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke meinte: "Wir müssen das akzeptieren. Trotzdem habe ich Respekt vor der Mannschaft, sie hat die Ruhe bewahrt und alles reingeworfen. Dass man in dieser Situation nicht nur gute Entscheidungen trifft, das ist auch klar. Insgesamt ist der Ausgang natürlich enttäuschend."

Viertes Saisontor von Harnik

Hannover 96 hingegen holte gegen Freiburg ein 1:1 und bleibt damit ungeschlagen, Martin Harnik leistete mit seinem vierten Saisontor einen entscheidenden Beitrag. Der ÖFB-Teamspieler bestrafte die Fahrlässigkeit der Gastgeber eiskalt, vollendete eine Flanke von Niclas Füllkrug. Insgesamt war Freiburg vor 22.900 Zuschauern aber das bessere Team. Joker Nils Petersen (83.) rettete den Gastgebern, bei denen Philipp Lienhart durchspielte, immerhin einen Punkt. Negativer Höhepunkt der nach fünf Spielen weiter sieglosen Freiburger war ein verschossener Foulelfer von Florian Niederlechner (54.).

Bei Hannover dürfte die Stimmung trotz des schwachen Auftritts weiter gut sein, auch im 15. Pflichtspiel unter Trainer André Breitenreiter blieb das Team ohne Niederlage und steht jetzt auf Platz vier. Wie ein Spitzenteam präsentierte sich Hannover allerdings zu kaum einem Zeitpunkt.

Baumgartlinger bei Bayer weiter auf der Bank

Borussia Dortmund ließ sich auch vom Hamburger SV nicht stoppen. Der BVB feierte mit dem 3:0 nicht nur seinen 750. Bundesliga-Sieg und den Verbleib an der Tabellenspitze, sondern stellte auch eine Vereinsbestmarke auf: Noch nie blieb Dortmund zu Saisonbeginn so lange ohne Gegentor – fünf Spiele, 450 Minuten. Der bisherige Rekord lag 16 Jahre zurück, als Bayerns Hasan Salihamidzic im fünften Spiel in der 22. Minute gegen den BVB traf.

Mit einem Tor in der Nachspielzeit bescherte Mark Uth 1899 Hoffenheim nach einem Spektakel beim FSV Mainz einen glücklichen 3:2-Sieg. In einem spannenden und teilweise hochklassigen Spiel brachten Danny Latza (6.) und Yoshinori Muto (16.) die Mainzer in Führung. Nadiem Amiri (23.), Sandro Wagner (45.+1) und Uth drehten jedoch die Partie. Hoffenheim bleibt damit ungeschlagen und setzt sich mit elf Punkten im oberen Tabellenfeld fest. Mainz steckt mit drei Punkten im Tabellenkeller. Bei Hoffenheim saß Florian Grillitsch auf der Bank.

Bayer Leverkusen droht dagegen nach der dritten Auswärtsniederlage nacheinander eine unruhige Zeit. Im 100. Pflichtspiel von Trainer Pal Dardai besiegte Hertha BSC eine vor allem in der Defensive naive Bayer-Mannschaft 2:1 und kletterte mit acht Punkten auf Rang acht. Julian Baumgartlinger und Ramazan Özcan saßen bei Leverkusen erneut nur auf der Bank. (APA, sid, red, 21.9.2017)

  • Bei Köln geht sportlich gar nichts momentan.
    foto: apa/stollarz

    Bei Köln geht sportlich gar nichts momentan.

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