Sturm bei Regionalligist knapp an Blamage vorbei

20. September 2017, 20:11
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Nach langem Rückstand noch 2:1-Sieg gegen Anif, Austria und Rapid locker weiter

Grödig – Der Mittwoch hat im ÖFB-Cup souveräne Erfolge von Austria und Rapid und mühevolle Vorstellungen von Tabellenführer Sturm und Altach gebracht. Die Vorarlberger mussten beim 4:3 (2:2, 1:1) gegen Regionalligist Gurten in die Verlängerung, Sturm gewann bei Regionalligist Anif erst durch einen Doppelpack von Philipp Zulechner im Finish (78., 94.) 2:1 (0:1).

Ein 3:0 (1:0) feierte die Austria bei Regionalligist Vöcklamarkt. Dabei trafen nicht nur Dominik Prokop (29.) und Raphael Holzhauser aus einem Elfmeter (72.), sondern auch der brasilianische Innenverteidiger Ruan bei seinem Debüt (70.). Rapid, Cup-Finalist 2016/17, kam in Wien gegen ASK Elektra durch Giorgi Kvilitaia (19.), Louis Schaub (51., 76./Elfer) und ein Eigentor des Viertligisten (84.) zu einem 4:0 (1:0).

Spannend

Überraschungen wie der Aufstieg der Viertligisten Wimpassing (Montag) und Oedt (Dienstag) blieben damit aus. Sechs Bundesligisten (WAC, LASK, Sturm, Austria, Rapid, Altach) stehen im Achtelfinale, das am Donnerstag mit der Partie von Salzburg in Bruck/Leitha fortgesetzt wird. Erst am nächsten Dienstag sind Mattersburg und die Admira im Einsatz, ihre Partien wurden witterungsbedingt verschoben. Bundesliga-Schlusslicht St. Pölten war schon in der Auftaktrunde gescheitert.

Ungewollt spannend machte es am Mittwoch Sturm Graz. Trainer Franco Foda schonte Charalampos Lykogiannis, Dario Maresic, Deni Alar (nicht im Kader). Peter Zulj und Philipp Huspek saßen zu Beginn auf der Bank. Dafür kam Stürmer Emeka Eze erstmals in der Startelf zum Einsatz. Gegen mutige Anifer stand Sturm lange Zeit vor Problemen. Topchancen waren trotz Dominanz vor der Pause Mangelware, bei der besten klärte Anif-Akteur Constantin Reiner gegen Hierländer knapp vor der Linie des leeren Tors (40.).

In der zweiten Hälfte stand immer wieder Anif-Goalie Josef Stadlbauer im Zentrum des Geschehens. Erst parierte er einen Foulelfer des eingewechselten Zulj (50.), später war er gegen Eze (56.) ebenso zur Stelle wie gegen Zulj (70.). Als die Kräfte schwanden, setzte sich die Klasse der Grazer aber durch. Erst traf Zulechner mit einem Aufsitzer, in der Nachspielzeit stellte er den Aufstieg mit einem schönen Lupfer über Stadlbauer sicher. Nur kurz zuvor hatte Sturm-Goalie Siebenhandl nach einem Konter mit einer Parade das K. o. verhindert.

Souveräne Austria

Keinerlei Probleme hatte eine ebenfalls am mehreren Positionen veränderte Austria in Vöcklamarkt. Patrick Pentz stand im Tor, in der Innenverteidigung feierte der Brasilianer Ruan neben Mohammed Kadiri sein Debüt. Neu ins Team kamen auch Petar Gluhakovic und Thomas Salamon, weiter vorne gingen David de Paula, Jinhyun Lee, Ismael Tajouri, Dominik Prokop und Christoph Monschein zu Werke.

Auch in Vöcklamarkt war der Tormann der Hausherren eine zentrale Figur. Ex-Ried- und Wacker-Innsbruck-Goalie Wolfgang Schober machte mehrere Austria-Chancen zunichte, und musste letztlich doch drei Gegentreffer hinnehmen. Erst traf Dominik Prokop (29.), schließlich sorgten Ruan per Kopf nach Ecke (69.) und der gefoulte Kapitän Raphael Holzhauser per Elfmeter (72.) für klare Verhältnisse. Immerhin verzeichnete der Tabellenzehnte der Regionalliga Mitte zwischenzeitlich eine Doppelchance auf den Ausgleich, den Penz aber verhinderte (58.).

Neue Formation bei Rapid

Rapid feierte auf dem Sportclub-Platz einen weiteren Erfolg. Schon in der vergangenen Saison hatte Grün-Weiß gegen unterklassige Gegner in deren Ausweichstadion drei Siege geholt. Am Mittwoch änderte Goran Djuricin sein Team im Vergleich zur Liga an neun Positionen. Nur Dejan Ljubicic und Mario Sonnleitner blieben in der Mannschaft, Thanos Petsos gab im Mittelfeld sein Comeback.

Gegen die extrem defensiv agierende Elektra gingen die Hütteldorfer durch Kvilitaia in Führung (19.), der eingewechselte Schaub erhöhte nach der Pause auf 2:0 (51.) und eine Viertelstunde später nach Foul an Steffen Hofmann aus einem Elfmeter auf 3:0 (76.). Kurz davor hatte Kvilitaia nach einer Schwalbe mit Gelb-Rot den Platz verlassen müssen (72.), der fünfte Ausschluss eines Rapidlers in den jüngsten fünf Pflichtspielen. Ein Eigentor Yannick Souras sorgte für den Endstand (84.).

Altach ging beim Zwölften der Regionalliga Mitte durch Adrian Grbic (16.) und Emanuel Sakic (62.) zwar zweimal in Führung, musste aber jeweils den Ausgleich durch Sebastian Zirnitzer (33.) bzw. ein Eigentor von Sakic (83.) hinnehmen. Christian Gebauer (98.) und Bernard Tekpetey (104.) machten in der Verlängerung den Sack zu. Schalke-Leihgabe Tekpetey, der sein Startelfdebüt gab, musste nach dem Tor mit Rot vom Platz, Gurten gelang in einem intensiven Finish aber nur noch der Anschlusstreffer durch Ivan Grabovac (109.). (APA, 20.9.2017)

ÖFB-Cup, 2. Runde, Mittwoch

USK Anif – Sturm Graz 1:2 (1:0)
Grödig. Tore: Sorda (19.) bzw. Zulechner (78., 94.)

Sportunion Vöcklamarkt (Regionalliga Mitte) – Austria Wien 0:3 (0:1)
Tore: Prokop (29.), Ruan (69.), Holzhauser (72./Elfmeter)

Union Gurten (Regionalliga Mitte) – SCR Altach 3:4 n. V. (2:2, 1:1)
Tore: Zirnitzer (33.), Sakic (83./Eigentor), Grabovac (109.) bzw. Grbic (16.), Sakic (62.), Gebauer (98.), Tekpetey (104.)

ASK Elektra (Wiener Stadtliga) – Rapid Wien 0:4 (0:1)
Tore: Kvilitaia (19.), Schaub (51., 76./Foulelfmeter), Soura (84./Eigentor). Gelb-Rot: Kvilitaia (72./Foul bzw. Schwalbe)

  • Franco Foda wird die Leistung seiner Mannschaft nicht gefallen haben.
    foto: apa/punz

    Franco Foda wird die Leistung seiner Mannschaft nicht gefallen haben.

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