Sportpolitik und Kompetenz: Assinger ist nur ein Symptom

    Kommentar20. September 2017, 17:41
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    Die Zukunft des österreichischen Sports steht und fällt nicht mit Armin Assinger

    Auf den ersten Blick wirkt die Bestellung Armin Assingers zum Aufsichtsratsvorsitzenden der neuen Bundes-Sport GmbH (BSG) abwegig. Ein ORF-Quizmaster für eine der wichtigsten sportpolitischen Aufgaben des Landes? Dass Sportminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) mit der Wahl Assingers politisch Aufmerksamkeit erzeugen will, ist offensichtlich. Das kann dem Sport im Kulturland Österreich auch guttun.

    Ob der Ex-Skifahrer für den Job geeignet ist? Die Frage nach der Kompetenz müsste man auch bei vielen Ministern stellen, die als Quereinsteiger in der Politik landen. Ein prominenter Name ist grundsätzlich kein Hinderungsgrund für diesen Posten. Außerdem hat Assinger im Aufsichtsrat mit BSO-Präsident Rudolf Hundstorfer und ÖOC-Chef Karl Stoss Fachleute an seiner Seite.

    Die Zukunft des österreichischen Sports steht und fällt aber nicht mit Armin Assinger. Sondern mit der Wahl des Geschäftsführers der BSG. Da braucht es einen Kapazunder – nicht nur einen Brückenbauer, der tiefe Gräben zwischen den Verbänden überwindet, sondern auch einen Manager, der komplexe Stakeholder-Netzwerke betriebswirtschaftlich führen kann. Einen Fachmann, der Systemkenntnis nicht nur in einer Sportart hat und der stark genug ist, sich nicht in seine Arbeit hineinreden zu lassen. Will Österreichs Sport vorwärtskommen, braucht es zumindest im Hintergrund Kompetenz, keine großen Namen. (Florian Vetter, 20.9.2017)

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