18-Jährige in Klagenfurt niedergestochen: Opfer hatte Täter angezeigt

20. September 2017, 13:54
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Dem 23-Jährigen wurden Stalking, gefährliche Drohung und Körperverletzung vorgeworfen, er war in psychologischer Behandlung

Klagenfurt – Die 18-jährige Frau, die am Montagabend in Klagenfurt niedergestochen worden ist, hatte den Täter zuvor angezeigt. Dem 23-Jährigen wurden in der Anzeige beharrliche Verfolgung, gefährliche Drohung und Körperverletzung vorgeworfen, sagte Polizeisprecher Michael Masaniger am Mittwoch. Er war außerdem in psychologischer Behandlung.

Zu der Tat war es am Montag vor einer Abendschule gekommen – DER STANDARD berichtete. Der Mann hatte die Frau vor ihrem Auto abgepasst und mehrmals auf sie eingestochen. Die Frau rettete sich schwer verletzt in die Schule, der Täter ging nach Hause und verübte Selbstmord, indem er vom Balkon seiner Wohnung im achten Stock sprang.

Lose Beziehung, gescheiterte Mediation

"Unsere Ermittlungen haben ergeben, dass die beiden etwa drei Monate vor der Tat eine lose Beziehung hatten", sagte Masaniger. Diese Beziehung ging in die Brüche, die 18-Jährige zeigte ihren Exfreund wegen mehrere Delikte an. "Der Mann war bis dahin nicht vorbestraft. In so einem Fall ist es üblich zu versuchen, zu einem außergerichtlichen Tatausgleich zu kommen. Dabei setzen sich Opfer und Tatverdächtiger zusammen, und gemeinsam mit einem Mediator wird versucht, ohne ein Strafverfahren auszukommen", so Masaniger. Wenige Tage vor der Tat sei dieser Versuch gescheitert.

Laut Polizei dürfte der Mann nach dem Angriff zu Fuß zu seiner Wohnung gegangen sein, wo er sich das Leben nahm. Die Polizei fand keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. Die Frau hatte bei der Tat mehrere Stiche in Rücken, Brust und Bauch erlitten. Die Tatwaffe wurde bis Mittwochvormittag nicht gefunden. (APA, red, 20.9.2017)

Nachlese:

Frau in Kärnten von Exfreund mit Messer schwer verletzt

Hilfe bei Suizidgedanken:

Information zum Thema Gewaltprävention und Opferschutz finden Sie hier, das Institut für Sozialdienste Vorarlberg bietet Gewaltberatung an.

Unter suizid-praevention.gv.at findet man Notrufnummern und Erste Hilfe bei Suizidgedanken.

Telefonische Hilfe im Krisenfall gibt es auch bei:

  • Telefonseelsorge 142, täglich von 0 bis 24 Uhr
  • Kriseninterventionszentrum 01/406 95 95 (Montag bis Freitag, 10–17 Uhr), auch persönliche und E-Mail-Beratung: kriseninterventionszentrum.at.
  • Sozialpsychiatrischer Notdienst (PSD), täglich 0 bis 24 Uhr, Tel.: 01/31330

Angehörige finden Informationen und Materialien unter suizidpraevention.at und agus-selbsthilfe.de

Hilfe bei Gewalt in der Beziehung:

Notrufnummern:

  • Frauenhelpline (Anonym, österreichweit gebührenfrei, 24 Stunden): 0800 222 555
  • Frauennotruf Wien: 01 / 71 71 9
  • Frauennotruf Salzburg: 0662 / 88 11 00
  • Frauennotruf Oberösterreich: 0732 / 60 22 00
  • Frauennotruf Steiermark: 0316 / 31 80 77
  • Frauennotruf Tirol: 0512 / 57 44 16

  • Notruf für Frauen und Mädchen in Wien, Niederösterreich, Burgenland bei sexueller Gewalt: 01 / 523 22 22
  • Rat auf Draht: 147

  • Männerberatung Wien: 01 603 28 28
  • Männernotruf Steiermark (Anonym, 24 Stunden): 0800 246 247
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