Frankreichs Sozialisten müssen ihre Parteizentrale verkaufen

    19. September 2017, 23:31
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    Wahlniederlagen bringen erhebliche finanzielle Einbußen mit sich

    Paris – Einst waren sie eine stolze Volkspartei in Frankreich – nun sind die Sozialisten durch ihre jüngsten Wahlniederlagen auch finanziell so geschwächt, dass sie ihre Pariser Parteizentrale verkaufen müssen. Der Sitz in der Rue de Solferino werde aus finanziellen und politischen Gründen veräußert, erklärte Schatzmeister Jean-Francois Debat am Dienstagabend.

    Die herben Stimmenverluste bei mehreren Wahlen bedeuteten für die Parti Socialiste (PS) Einbußen von rund 100 Millionen Euro in fünf Jahren. Das entspreche drei Viertel der Einnahmen der Partei, sagte Debat. Diese habe die Entscheidung getroffen, in Zukunft das Gros ihres verbleibenden Budgets, das etwa acht Millionen Euro im Jahr beträgt, in "politische Aktionen" zu stecken.

    "Natürlich hängen wir alle am Sitz der Sozialistischen Partei", räumte Debat ein. Aber nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Frühjahr sei den Genossen hinreichend eingetrichtert worden, dass "dies nicht nur eine Niederlage ist, sondern das Ende einer Epoche, einer Ära". Es müsse eingesehen werden, dass die "Neubegründung" der Partei auch anderswo bewerkstelligt werden könne als in dem traditionsreichen Gebäude im siebenten Arrondissement unweit des Musee d'Orsay. (APA, 19.9.2017)

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