Enercon Service Austria in Neusiedl am See baut rund 200 Jobs ab

19. September 2017, 16:16
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Stellenabbau wegen Auftragsrückgangs, etwa 80 Beschäftigte und etwa 100 Leiharbeiter sind betroffen

Neusiedl am See – Die im Bereich Windkraftanlagen tätige Enercon Service Austria GmbH in Neusiedl am See will rund 200 Jobs abbauen. Geschäftsführer Carsten Dirks bestätigte am Dienstag einen Onlinebericht der Burgenländischen Volkszeitung. Grund dafür sei die schlechte Auftragslage. Ungefähr 80 Mitarbeiter wären beim Frühwarnsystem des AMS gemeldet worden, zusätzlich seien etwa 100 Leiharbeiter betroffen.

Die Betroffenen sind laut Dirks derzeit noch beim Unternehmen beschäftigt, der Stellenabbau soll in den nächsten Monaten erfolgen. Von den rund 80 Mitarbeitern würden voraussichtlich nur etwa 50 ihren Arbeitsplatz verlieren, beim Rest werde versucht, andere Jobmöglichkeiten im Betrieb zu lukrieren. Die Mitarbeiter wären bereits informiert worden, auch ein Sozialplan sei bereits mit dem Betriebsrat ausgearbeitet worden.

Keine Aufträge in Sicht

Vom Stellenabbau sei der Bereich Installation und Aufbau betroffen, der komplett wegfalle, so Dirks. Man habe bereits in den letzten eineinhalb Jahren einen Auftragsrückgang zu verbuchen gehabt. Für die kommenden Monate wären überhaupt keine Aufträge in Aussicht.

Kerngebiet der Firma seien Wartungs- und Störungsdienstarbeiten bei Windkraftanlagen, so Dirks. Aktuell gebe es bei Enercon Service Austria GmbH rund 420 Mitarbeiter. Der Servicebereich sei vom Stellenabbau nicht betroffen.

Laut Arbeitsmarktservice Burgenland wurden 78 Personen beim Frühwarnsystem gemeldet, dabei handle es sich um 60 Arbeiter und 18 Angestellte. Enercon Service Austria ist eine Tochter des deutschen Windkraftanlagenbauers Enercon.

Der ÖGB Burgenland kritisierte, dass der Sozialplan nur für die Arbeiter und Angestellten, nicht jedoch für die Leiharbeiter gelte. "Wir hätten uns gefreut, wenn die Firmenleitung von Enercon über den Sozialplan hinaus Verantwortung gezeigt hätte", erklärte ÖGB-Landesvorsitzende Erich Mauersics per Aussendung. (APA, 19.9.2017)

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