Ist das Jusstudium noch zeitgemäß?

    User-Diskussion20. September 2017, 10:00
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    Eine Veränderung der juristischen Tätigkeiten braucht auch eine Veränderung in der Ausbildung. Oder bereitet das Studium bereits adäquat auf die vielfältigen juristischen Berufsanforderungen vor?

    "Ziel des Diplomstudiums ist es, eine universaljuristische Ausbildung auf hohem wissenschaftlichem und didaktischem Niveau zu vermitteln. Die Studierenden erwerben grundlegende Kenntnisse in allen juristischen Fächern sowie die Fähigkeit, Wissen und Methoden sachgerecht anzuwenden." Mit diesen Zeilen werden Erstsemestrige der Fachrichtung Rechtswissenschaften an der Universität Wien willkommen geheißen. Genau diese universaljuristische Ausbildung sieht der Präsident der Wiener Rechtsanwaltskammer, Michael Enzinger, im neuen Studienplan aber nicht gegeben.

    Juristenmarkt und Berufseinstieg

    Der Jurist plädiert im "Presse"-Interview, dass der "sehr heterogene Juristenmarkt" bedient werden müsse. Für ihn kommen Wirtschaftskompetenzen, Steuerrecht, Fremdsprachenkompetenzen und Digitalisierung im neuen Studienplan zu kurz. "Wir produzieren am Markt vorbei", so Enzingers Einschätzung zum derzeitigen Studium der Rechtswissenschaften. Der Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, Paul Oberhammer, sieht das naturgemäß anders und rechtfertigt in einem Gastkommentar den neuen Studienplan.

    Viele Studierende quälen sich durch das Römische Recht und die Rechtsgeschichte, um schließlich irgendwann, im besten Fall nach acht Semestern, das Diplom in Händen zu halten und in der Berufswelt der Juristen Fuß zu fassen. Die Tätigkeitsfelder von Juristen haben sich in den vergangenen Jahren auch immer mehr verändert und erweitert. Aufgrund der Globalisierung, der internationalen Beziehungen und der zunehmenden Digitalisierung stellen sich für Juristen heute und in Zukunft andere Fragen als noch vor ein paar Jahrzehnten. Aus diesem Grund fragen sich Studierende und Berufseinsteiger vielleicht, wie zeitgemäß das Studium der Rechtswissenschaften noch ist.

    Wie haben Sie den Einstieg ins Berufsleben erlebt?

    Wie zufrieden waren Sie mit der Vermittlung der Lehrinhalte im Studium der Rechtswissenschaften im Bezug auf die Vorbereitung auf die Arbeitswelt? Welches Wissen mussten Sie sich erst im Job aneignen? Was würden Sie sich für das Jusstudium wünschen? Würden Sie das Studium noch einmal wählen? Erzählen Sie von Ihren Studium- und Berufserfahrungen im juristischen Bereich! (Judith Handlbauer, 20.9.2017)

    • Was im Studium gelehrt und gelernt wird, hat häufig wenig mit der Berufsausübung zu tun. Gibt es beim Jusstudium diesbezüglich eine Diskrepanz, oder bietet es eine solide Basis für Juristen?
      foto: christian fischer

      Was im Studium gelehrt und gelernt wird, hat häufig wenig mit der Berufsausübung zu tun. Gibt es beim Jusstudium diesbezüglich eine Diskrepanz, oder bietet es eine solide Basis für Juristen?

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