US-Spielzeugkette Toys 'R' Us ist insolvent – Österreich nicht betroffen

19. September 2017, 12:00
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Rund 875 US-Filialen und insgesamt über 1.600 Filialen weltweit

New York – Wachsende Konkurrenz im Online-Geschäft und ein hoher Schuldenberg zwingen den US-Spielwarenhändler Toys 'R' Us in die Knie. Der Mutterkonzern aus Wayne im Bundesstaat New Jersey stellte am Montagabend einen Antrag auf Gläubigerschutz. Die 15 Filialen in Österreich seien davon aber nicht betroffen.

"Entscheidend ist, dass die operativen Gesellschaften in Europa, Asien und Australien nicht Teil des derzeit in den USA und Kanada stattfindenden Restrukturierungsprozesses sind", heißt es vom Unternehmen.

Toys 'R' Us beschäftigt insgesamt 64.000 Mitarbeiter. Die Gruppe hat 875 Filialen in den USA, weltweit sind es mehr als 1.600, wenn man den Kinderausstatter Babies 'R' Us mitrechnet. Die überwiegende Mehrzahl der Märkte arbeite weiter profitabel und setze den Betrieb fort, betonte das Unternehmen.

Internetbestellungen weiter möglich

Auch die Bestellmöglichkeiten im Internet blieben erhalten. Es gehe bei dem US-Verfahren außerdem "weder um eine Geschäftsauflösung noch einen Konkurs nach deutschem Verständnis". Ziel sei es, die Schulden bei laufendem Betrieb zu senken – "zum Zweck der Rückkehr auf eine nachhaltige Erfolgsspur für das Unternehmen Toys 'R' Us". Die Zahlungsfähigkeit der europäischen Gesellschaften sei gesichert.

Vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft bringt der Schritt in den USA und Kanada dennoch Unruhe in die Branche. Toys 'R' Us – 2005 von Investoren um Bain und KKr übernommen – ist ein weiterer klassischer Einzelhändler, dem Amazon und Co stark zusetzen. Allein in diesem Jahr haben bereits mehr als ein Dutzend amerikanische Ketten wie Payless, Gymboree und Perfumania Gläubigerschutz beantragt.

Überlebenskampf

Das bedeutet allerdings noch nicht das Ende. Viele Einzelhändler versuchen im Insolvenzverfahren ihre unrentablen Filialen zu schließen und parallel dazu das Online-Geschäft auszubauen. Auch im Fall von Toys 'R' Us laufen die Geschäfte erst einmal weiter, Kredite werden aber zunächst nicht mehr bedient. Die Investoren hatten die Kette um 7,5 Milliarden Dollar (6,3 Milliarden Euro) gekauft und ihr die Schulden aufgebürdet.

Die drohende Umschuldung bei Toys 'R' Us schlug auch auf den Aktienmarkt durch: Die Kurse der US-Spielzeughersteller Hasbro und Mattel fielen. Beide Konzerne sollen bereits Lieferungen eingeschränkt haben, weil sie befürchten, der Geschäftspartner Toys 'R' Us könne seine Rechnungen nicht mehr begleichen. (APA, 19.9.2017)

  • Toys 'R' Us beschäftigt insgesamt 64.000 Mitarbeiter.
    foto: reuters/adam hunger/file photo

    Toys 'R' Us beschäftigt insgesamt 64.000 Mitarbeiter.

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