Kim ist "nicht irre": Gabriel für Gespräche mit Nordkorea

    18. September 2017, 16:14
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    Deutscher Außenminister: Nordkorea braucht andere Sicherheitsgarantie als Atombombe

    Berlin – Im Atomstreit mit Nordkorea hat der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel unmittelbar vor Beginn der UN-Vollversammlung direkte Gespräche mit der Regierung in Pjöngjang gefordert. Machthaber Kim Jong-un sei "eben nicht irre", sagte der SPD-Politiker der "Bild"-Zeitung vom Montag: "Er folgt einer kühl überlegten Strategie."

    Gabriel sagte, es brauche Visionen und mutige Schritte, um Nordkorea eine andere Sicherheitsgarantie als die Atombombe vor Augen zu führen: "Das geht nur über direkte Verhandlungen auch mit Nordkorea. Dazu müssen drei Mächte gemeinsam an den Tisch: die USA, China und Russland." Als Vorbild nannte er die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und ihre Nachfolgekonferenzen während des Kalten Krieges.

    Abwarten

    Neue Sanktionen wie von US-Präsident Donald Trump gefordert befürwortete Gabriel nicht. Er plädierte dafür, die Wirkung der verschärften Strafmaßnahmen abzuwarten, die der UN-Sicherheitsrat vor einer Woche beschlossen hatte. Die Nordkorea-Krise dürfte ein bestimmendes Thema bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) in dieser Woche in New York sein. Trump soll am Dienstagnachmittag sprechen.

    Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gabriel seien in der Nordkorea-Politik in engster Abstimmung. Die Kanzlerin sagte in Freiburg: "Wir wollen durch Diplomatie Probleme lösen, so wie wir es in der Ukraine tun und wir auch in Nordkorea bereit sind, es zu tun." Für Nordkorea gebe es überhaupt keine militärische Lösung. Merkel hatte bereits mehrfach die deutsche Bereitschaft zu einer Beteiligung an Nordkorea-Verhandlungen signalisiert und als Beispiel auf die Atomgespräche mit dem Iran verwiesen, wo Deutschland neben den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates mit am Verhandlungstisch gesessen hatte. (APA/Reuters, 18.9.2017)

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