Austria und Salzburg als Gewinner der Runde in Verfolgerduell

18. September 2017, 12:14
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Meister Red Bull in Mattersburg wieder "last minute" erfolgreich – Violette nach 5:1 gegen St. Pölten nun Torfabrik der Liga

Wien/Mattersburg – Salzburg und die Austria dürfen sich im Rennen um die vorderen Plätze in der Fußball-Bundesliga als "Gewinner der Runde" fühlen. Nach dem Ausrutscher von Tabellenführer Sturm Graz am Vortag holte sowohl der Meister, als auch sein Vize am Sonntag einen Favoritensieg gegen einen Nachzügler. Nach den Auftritten im ÖFB-Cup wartet am kommenden Sonntag nun das Verfolgerduell in der Red-Bull-Arena.

Salzburg benötigte für den ersten Pflichtspiel-Dreier seit 24. August allerdings einmal mehr ein Last-Minute-Tor. Amadou Haidara traf im Mattersburger Pappelstadion in der vierten Minute der Nachspielzeit zum 2:1. Es war bereits Salzburgs dritter später Saisontreffer mit entscheidendem Einfluss auf den Spielausgang: Zuletzt beim 2:2 gegen Rapid (Munas Dabbur/92.) bzw. am 12. August beim 1:0 gegen Altach (Hannes Wolf/93.). "Wenn man so spät gewinnt, ist man erstmal glücklich", gab Coach Marco Rose drei Tage nach dem 1:1 in die Europa League in Guimaraes zu. Insgesamt sah er den "Dreier" aber als "verdient" an.

Trotz Feldüberlegenheit kamen die Gäste nur zu wenigen echten Chancen. Dabei hätte man nach der frühen Führung durch Dabbur (12.) durchaus erhöhen können. Stattdessen kassierte man aber fast postwendend den Ausgleich durch Andreas Gruber (18.). Der hob eine "hundertprozentige Teamleistung" hervor. Nach dem 1:5-Debakel gegen die Admira (Gruber: "Ein Ausrutscher") präsentierte man sich auch ohne den gesperrten Stefan Maierhofer jedenfalls als intaktes Kollektiv. Der Vorsprung auf Schlusslicht St. Pölten beträgt weiterhin vier Punkte.

Nur noch einen Zähler hat hingegen Salzburg Rückstand auf Leader Sturm. "Es war ganz wichtig, dass wir den Abstand verkürzt haben", sagte Andreas Ulmer, auch Valon Berisha freute sich nach seinem 150. Bundesliga-Spiel über "sehr wichtige" und hochverdiente Punkte: "Sie haben gekämpft und alles gegeben, aber wir waren von Anfang bis zum Ende die bessere Mannschaft. Auch wenn wir in der ersten Hälfte besser hätten spielen können."

Austria: Felipe Pires herausragend

Die Austria betrieb nach dem ernüchternden 1:5 gegen Milan Frustbewältigung. 5:1 siegen die Wiener ihrerseits gegen St. Pölten, die Entscheidung schaffen die Violetten aber erst in Überzahl nach Roten Karten für die SKN-Profis Michael Ambichl (56.) und Michael Huber (78.). Die Personalprobleme der Austria in der Abwehr fielen nicht ins Gewicht, Neuzugang Ibrahim Alhassan Abdullahi erlebte im Mittelfeld ein gutes Debüt. "Er hatte einen guten Einstand, dafür, dass er gestern noch in Nigeria war", lobte Trainer Thorsten Fink.

Kevin Friesenbichler traf doppelt, eine herausragende Leistung zeigte aber Felipe Pires, der St. Pöltens Abwehr vor große Probleme stellte. "Das war sehr wichtig für die Moral der Mannschaft", sagte der Brasilianer nach dem Heimerfolg im Rückblick auf die deutliche Europa-League-Niederlage. Fink strich hervor, dass der Erfolg gegen die Niederösterreicher am Ende aufgrund der Ausschlüsse recht deutlich ausgefallen sei. Mit 19 geschossenen Toren ist die Austria nun die Torfabrik der Liga.

Fink wird nun einigen Akteuren eine Pause gönnen. Im Cup-Auftritt in Vöcklamarkt am Mittwoch will die Austria rotieren, so könnte der Brasilianer Ruan zu seinem Debüt in der Innenverteidigung kommen. "Irgendwie weiterkommen", wolle man beim Verein der Regionalliga Mitte, sagte Fink – um dann ausgerastet die nächste Aufgabe in Angriff zu nehmen. "Gegen Salzburg müssen wir topfit sein, um bestehen zu können", betonte Austrias Coach. Drei Punkte fehlen den wieder drittplatzierten Favoritnern auf den Meister, der im Cup erst Donnerstag beim Regionalligisten aus Bruck/Leitha antritt.

Lederer sah Positives

St. Pölten ist im Pokal-Bewerb bereits gescheitert. Neo-Trainer Oliver Lederer versuchte im Happel-Stadion von der Seitenlinie aus sein Möglichstes, um seine "Wölfe" in Trab zu bringen. Der 39-Jährige wollte trotz seiner am Ende deutlich ausgefallenen Premiere als SKN-Betreuer viel Positives gesehen haben. "Die Zuversicht ist nicht kleiner geworden, im Gegenteil. Bis zum ersten Ausschluss haben wir gut gespielt", sagte Lederer. Tatsache war, dass die Gäste beim Stand von 1:1 durchaus Möglichkeiten auf die Führung hatten. Ehe Pires die Austria in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf Kurs brachte.

Samstag gastiert Lederers Ex-Verein Admira in St. Pölten. Die Südstädter hielten in der Saison 2005/06 als zuvor letzter Verein nach den ersten acht Runden bei nur einem Zähler und mussten daraufhin den Gang in die zweite Liga antreten. "Wir wollen den ersten Dreier einfahren, ich bin davon überzeugt", erklärte Lederer hoffnungsfroh. Auf Spekulationen, ob sich St. Pölten bis dahin noch verstärken könnte, wollte er nicht eingehen. Die Personaldecke im Kader ist nach dem jüngsten Ausfall von Devante Parker (Kreuzbandriss) sowie den Sperren von Ambichl und Huber derzeit dünn. (APA, 18.9.2017)

  • Die Stimmung bei der Wiener Austria ist wieder hergestellt.
    foto: apa/punz

    Die Stimmung bei der Wiener Austria ist wieder hergestellt.

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