Admira dreht Partie gegen Sturm im Finish

16. September 2017, 20:23
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Lange Zeit sahen die Grazer wie die sicheren Sieger aus, doch am Ende schlug Knasmüllner mit einem Doppelpack zu – Zweite Niederlage für Tabellenführer en suite

Maria Enzersdorf – Sturm Graz hat am Samstag in der Fußball-Bundesliga auswärts gegen die Admira einen sicher scheinenden Sieg aus der Hand gegeben und die zweite Niederlage in Folge kassiert. Nach der Führung durch Deni Alar (30.) drehte Christoph Knasmüllner die Partie mit einem Doppelschlag (85./Elfmeter, 93.) und bescherte Trainer-Rückkehrer Ernst Baumeister damit einen optimalen Einstand.

Während sich die Südtstädter zumindest vorerst auf Platz vier verbesserten, droht der Vorsprung von Spitzenreiter Sturm auf Red Bull Salzburg weiter zu schmelzen. Der Titelverteidiger könnte am Sonntag mit einem Erfolg in Mattersburg auf einen Punkt herankommen.

Nicht nur im Finish, auch in der Anfangsphase hatten die Gastgeber mehr vom Spiel. Ein Schuss von Knasmüllner wurde von Dario Maresic gerade noch abgeblockt (9.), ein Missverständnis zwischen Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl und seinem Teamkollegen Fabian Koch führte zu einer brenzligen Situation (17.) und ein Kopfball von Lukas Grozurek flog an Siebenhandl und am Tor vorbei (21.).

Fünfter Saisontreffer für Alar

Die Grazer fanden nur langsam ins Spiel, erstes Ausrufezeichen war in der 25. Minute ein Schuss von Thorsten Röcher, der das lange Eck verfehlte. Fünf Minuten später spielte Röcher einen Idealpass auf Alar – der Goalgetter konnte sich im Sechzehner den Ball herrichten und verwertete sicher zu seinem fünften Saisontor.

Vor der Pause kamen beide Teams noch zu einer guten Gelegenheit. In der 40. Minute parierte Siebenhandl einen aufs kurze Eck angetragenen Schuss von Daniel Toth, wenige Sekunden später rettete Markus Wostry bei einer Alar-Chance vor der Linie.

Knasmüllner-Momente

Nach dem Seitenwechsel stand Sturm sicher und schien den Vorsprung locker über die Zeit zu bringen – bis zur 85. Minute. Der kurz zuvor eingewechselte Christian Schoissengeyr berührte im Strafraum eine Knasmüllner-Flanke mit seinen vor den Kopf gehaltenen Händen, den fälligen Strafstoß verwandelte Knasmüllner zum 1:1.

Es begann eine hektische Schlussphase. Zunächst forderten die Sturm-Profis nach einer Attacke an Philipp Zulechner vergeblich Elfmeter, praktisch im Gegenstoß hob Knasmüllner den Ball nach einer Kopfballvorlage von Sasa Kalajdzic sehenswert über Siebenhandl hinweg zum 2:1 in die Maschen.

Damit setzte sich für Sturm eine bemerkenswerte Serie fort. Die Grazer haben nun in bereits 29 Bundesliga-Partien en suite kein einziges Mal unentschieden gespielt. (APA, 16.9.2017)

Bundesliga (8. Runde):

FC Admira Wacker Mödling – SK Sturm Graz 2:1 (0:1)
Maria Enzersdorf, BSFZ-Arena, 2.888, SR Grobelnik.

Torfolge:
0:1 (30.) Alar
1:1 (85.) Knasmüllner (Hand-Elfmeter)
2:1 (93.) Knasmüllner

Admira: Leitner – Zwierschitz, Wostry, Strauss, Ebner – Lackner, Toth (77. Kalajdzic) – Sax (87. Maier), Knasmüllner, Starkl (63. Jakolis) – Grozurek

Sturm: Siebenhandl – Koch, Maresic, Lykogiannis – Hierländer, Jeggo, Zulj, Potzmann – Huspek (81. Schoissengeyr), Alar (74. Zulchner), Röcher

Gelbe Karten: Knasmüllner bzw. Hierländer, Jeggo

Stimmen

Ernst Baumeister (Admira-Trainer): "Wenn man in der Nachspielzeit das entscheidende Tor schießt, ist das immer glücklich. Vor unserem Ausgleich hätte ich nicht mehr mit einem Sieg gerechnet. Nach dem 1:1 habe ich aber den Eindruck gehabt, dass wir den Sieg mehr wollten als Sturm, deshalb war unser Erfolg vielleicht gar nicht so unverdient."

Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): "Die Niederlage ist sehr ärgerlich. Die Admira hat in der zweiten Hälfte mehr Risiko genommen, wir haben die dadurch entstandenen Räume nicht genützt. Den Elfmeter muss man nicht geben, wir wollen aber keine Ausreden suchen. Das zweite Gegentor darf einfach nicht passieren."

  • Sturm-Trainer Franco Foda konnte es nicht fassen. Die zweite Niederlage en suite schmerzte sichtlich besonders.
    foto: apa/hans punz

    Sturm-Trainer Franco Foda konnte es nicht fassen. Die zweite Niederlage en suite schmerzte sichtlich besonders.

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