Volkstheater: Der Weg nach Aleppo führt nur über Margareten

    15. September 2017, 19:00
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    Man spielt jetzt doch Ibrahim Amir – und rüstet sich für die Zeit der Generalsanierung

    Wien – Das Wiener Volkstheater wird "die Balkanroute nicht schließen". In Heimwärts, dem neuen Stück des in Wien lebenden Syrers Ibrahim Amir, wird die Bewegungsrichtung jedoch umgekehrt: Ein älterer Mann reist zurück in seine Heimatstadt Aleppo. Er stirbt auf halbem Weg und lässt seine konsternierten Begleiter in der Abgeschlossenheit einer türkischen Gesundheitsstation zurück (Regie: Pinar Karabulut). Zeitgleich mit der Bekanntgabe des Erstaufführungstermins am 5. Jänner 2018 verlieh das Leitungsteam des Volkstheaters, voran Direktorin Anna Badora, der Befriedigung über die Entwicklung seiner zweiten Spielstätte Ausdruck: des Volx/Margareten.

    Tatsächlich haben während Badoras ersten beiden Spielzeiten rund 13.000 Besucher den Weg in den raueren Teil des fünften Wiener Gemeindebezirks gefunden. Den Unterhalt des Souterrainlokals beschreibt die Chefin (gerade auch mit Blick auf stagnierende Budgetzahlen) als "Herausforderung". Momentan überwiegt die Vorfreude auf Vorhaben wie die Clemens-J.-Setz-Produktion Vereinte Nationen (Premiere: 13. 10., Regie: Holle Münster) – und die immer gezieltere Integration lokaler und digitaler Kulturinitiativen in das Treiben am Hundsturm.

    Die wahre Nützlichkeit des Volx/Margareten für das Volkstheater wird sich mit der Generalsanierung des Haupthauses von Mai bis Oktober 2018 erweisen. Im Ausweichlokal des Odeon läuft das Rockmusical Lazarus im Gedenken an David Bowie: vier Mal in der Woche, bei einer Platzkapazität von 350 Sitzen. Im Volx/Margareten treffen sich idealerweise 120 Besucher zum Stelldichein. Geboten wird dann ein regelrechter Repertoirebetrieb. (poh, 16.9.2017)

    • Wird 2018 erstaufgeführt: Autor Ibrahim Amir.
      foto: hochmuth/apa

      Wird 2018 erstaufgeführt: Autor Ibrahim Amir.

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