Syrien: Einigung auf Deeskalationszone in Idlib

    15. September 2017, 16:08
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    Vier Deeskalationszonen sollen zunächst für sechs Monate gelten – Türkei: Beobachter werden Grenzen absichern

    Ankara/Astana –Zu einer Befriedung im Syrienkrieg bauen Russland, der Iran und die Türkei ihr System von Sicherheitszonen aus. In der von islamistischen Regierungsgegnern beherrschten Provinz Idlib im Nordwesten des Landes wird eine vierte sogenannte Deeskalationszone eingerichtet.

    Bei den Syrien-Gesprächen in Astana trafen die drei ausländischen Mächte am Freitag Absprachen für die insgesamt vier Zonen, die ein halbes Jahr lang gelten. Drei – in Homs, in Südsyrien und in der Ghouta bei Damaskus – befanden sich bereits zuvor im Stadium der Umsetzung. In diesen Gebieten sollen Binnenflüchtlinge Schutz finden. In Teilen der drei früher festgelegten Zonen, zum Beispiel in Vororten von Damaskus, gibt es zwar noch Gefechte zwischen Regierungstruppen und der bewaffneten Opposition. Die Gewalt hat aber spürbar abgenommen.

    Beobachter an Kontrollpunkten

    Dem türkischen Außenministerium zufolge wurde darüber hinaus entschieden, Beobachter ins nordsyrische Idlib zu entsenden. Diese würden an bestimmten Kontrollpunkten an den Grenzen des ausgewiesenen Deeskalationsgebiets stationiert. Ihre Aufgabe werde es sein, Zusammenstöße zwischen den syrischen Regierungskräften und der Opposition zu vermeiden und eine Feuerpause zu gewährleisten. Idlib wird gegenwärtig von der radikal-islamischen Nusra-Front (jetzt: Jabhat Fatah al-Sham) kontrolliert.

    Die Verständigung sorge dafür, dass nun im Mai getroffene Vereinbarungen zur Entspannung des Konflikts komplett umgesetzt würden, teilte das türkische Außenministerium mit. Bereits damals waren bestimmte Schutzzonen ausgerufen worden. Nach türkischen Angaben ist seit der Einrichtung der Zonen die Gewalt deutlich zurückgegangen. Die jüngste Einigung trage auch dazu bei, dass die notwendigen Bedingungen geschaffen würden, um die Verhandlungen in Genf voranzubringen. Dort wird unter Federführung der Vereinten Nationen seit langem darum gerungen, wie das Bürgerkriegsland befriedet werden kann.

    Die Gespräche in Kasachstan laufen zusätzlich zu den Genfer Gesprächen seit Januar. Daran nehmen auch Vertreter der syrischen Regierung und einiger Rebellengruppen teil. Der Iran und Russland stehen hinter Präsident Baschar al-Assad, der seit mehr als sechs Jahren einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen versucht. Weil die Türkei ihrerseits bestimmte Rebellengruppen unterstützt, werden an die Treffen in Astana Hoffnungen geknüpft, dass ein Friedensprozess in Syrien in Gang gesetzt werden könnte. Dem russischen Verhandlungsführer zufolge ist diesmal auch über die Bildung mehrerer Versöhnungskomitees in Syrien gesprochen worden. (Reuters, APA, 15.9.2017)

    • In Astana einigte man sich auf eine vierte Deeskalationszone für das Bürgerkriegsland Syrien.
      foto: reuters/mukhtar kholdorbekov

      In Astana einigte man sich auf eine vierte Deeskalationszone für das Bürgerkriegsland Syrien.

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