Bitcoin im freien Fall: Zweite Tauschbörse in China wirft Handtuch

    15. September 2017, 18:30
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    Kurs um 16 Prozent auf 2.750 US-Dollar abgeschmiert – Zu Monatsbeginn lag Wert noch knapp unter 5.000 Dollar

    Frankfurt – Doppelter Tiefschlag für Bitcoin und Co: Rund 24 Stunden nach dem Konkurrenten BTC China verkündete auch die Börse Via BTC ihr Aus zum Monatsende und schickte die Kurse von Digitalwährungen in den Keller. Auf Via BTC fiel Bitcoin am Freitag um etwa 16 Prozent auf 18.000 Yuan (2.750 Dollar). Damit kostete Bitcoin aber immer noch gut dreimal so viel wie zu Jahresbeginn. Dennoch wachsen die Ängste, dass eine Blase platzt.

    Auf auf der US-Börse Bitstamp kam es ebenfalls zu einer Talfahrt, die am Nachmittag aber in eine deutlich Gegenbewegung mündete. Im Vergleich zum Tagestief zog Bitcoin um mehr als 20 Prozent an und stieg wieder über die Marke von 3.300 Dollar.

    Via BTC begründete die Entscheidung mit der Warnung der chinesischen Behörden vor den Risiken der Cyberwährungen Anfang des Monats. Diese hatten parallel dazu Börsengänge von Cyberwährungen, sogenannte Initial Coin Offerings (ICOs), verboten. In den Monaten zuvor hatten chinesische Investoren umgerechnet 333 Millionen Euro bei diesen ICOs angelegt. Medienberichten zufolge will die chinesische Regierung den Handel mit Kryptowährungen komplett verbieten.

    Finanzbranche fordert Handelsverzicht

    Am Freitag warnte Li Lihui, Vertreter des Branchenverbands der chinesischen Internet-Finanzwirtschaft und ehemaliger Chef der Bank of China, "staatenlose" Cyberwährungen könnten für illegale Aktivitäten genutzt werden. Von offiziellen Stellen entwickelte Internetwährungen seien dagegen nützlich – passende gesetzliche Rahmenbedingungen vorausgesetzt. Am Donnerstag hatte der Verband bereits dazu aufgerufen, auf den Handel mit Bitcoin und Co zu verzichten.

    Vor einigen Tagen hat auch der Chef der US-Großbank JPMorgan Chase, Jamie Dimon, Cyberwährungen scharf kritisiert. Er bezeichnete Bitcoin als Betrug. Auch Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny warnte vor einigen Wochen vor den Gefahren. Ein Verbot sei allerdings kein Thema.

    Für Kryptowährungen wie Bitcoin steht keine Regierung oder Zentralbank ein, daher wird ihr Kurs allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Geschaffen wird das Geld von Nutzern, deren Computer die dafür extrem komplexen Algorithmen berechnen. Da Beträge weltweit schnell und anonym transferiert werden können, sind diese Währungen auch für Nutzer interessant, die Geld aus illegalen Geschäften waschen oder Kapitalkontrollen umgehen wollen. (Reuters, 15.9.2017)

    • Der Bitcoin-Kurs ist neuerlich stark unter Druck geraten.
      foto: apa/afp/roslan rahman

      Der Bitcoin-Kurs ist neuerlich stark unter Druck geraten.

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