Schaufensterkrankheit: Jeder Vierte über 65 betroffen

    16. September 2017, 07:00
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    Schuld an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sind Durchblutungsstörungen der Schlagadern in den Beinen. Helfen können spezielle Sportübungen und Gehtraining

    Für Patienten mit der Schaufensterkrankheit gehören sie zum Alltag: Heftige, krampfartige Schmerzen in der Wade, aber auch im Fuß, Oberschenkel und Gesäß beim Laufen oder Treppensteigen, die beim Stehenbleiben rasch besser werden. Die Folge sind schmerzbedingte verkürzte Gehstrecken und häufige Zwangspausen. Im Volksmund spricht man bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) daher häufig von der Schaufensterkrankheit.

    Bei einer pAVK führen Ablagerungen (unter anderem von Kalk) dazu, dass sich die Beinarterien verengen oder komplett verschließen. Ähnlich wie bei einem verstopften Rohr, fließt nun weniger Blut durch die Arterie und es kommt zu einer Blutunterversorgung der Beine. Während sich frühe Stadien einer Erkrankung durch die genannten Schmerzen zeigen, drohen in späteren Stadien Gewebeveränderungen bis hin zur möglicherweise notwendigen Amputation oder Blutvergiftung durch Infektionen der Wunden.

    Aktuelle Studien aus Deutschland gehen davon aus, dass etwa jeder vierte Patient über 65 Jahren von pAVK betroffen ist und etwa jeder zehnte Symptome zeigt. Dabei erkranken Männer viermal häufiger als Frauen. Als besonders gefährdet gelten Diabetiker und Raucher: Sie haben ein bis zu sechsfach höheres Risiko.

    Gehstrecke verlängern

    Für Patienten mit pAVK und einer Gehstreckenverkürzung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und –medizin (DGG) ein regelmäßiges strukturiertes Gehtraining. Damit lässt sich die Gehstrecke wieder verlängern und eine Operation oder gar Amputation verhindern. "Wenn die Hauptarterien im Bein verschlossen sind, muss das Blut über einen anderen Weg dahin kommen. Wir sagen unseren Patienten immer: Die Hauptstraße ist geschlossen, deshalb müssen wir die Nebenstraßen ausbauen", erklärt Hubert Schelzig, Direktor der Klinik für Gefäß- und Endovaskularmedizin.

    "Gezielte Sportübungen helfen dabei sogenannte Kollateralgefäße durch Impulse zu stärken. Das sind Nebengefäße der Hauptschlagadern. Durch das strukturierte Gefäßtraining kann das Blut quasi um die Verstopfung umgeleitet und das Bein wieder besser versorgt werden." (red, 16.9.2017)

    • Gehtraining hilft, die Zwangspausen zu verkürzen.
      foto: apa/afp/loic venance

      Gehtraining hilft, die Zwangspausen zu verkürzen.

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