Wiener Arzt klagt Patientin wegen schlechter Bewertung im Netz

    15. September 2017, 11:26
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    In der Gratiszeitung "Heute" berichten Nutzer über Anwaltspost von Wiener Ordination

    Eine Wienerin hat wegen einer Bewertung im Netz Anwaltspost erhalten. Ein Frauenarzt warf der ehemaligen Patientin vor, ihr Posting sei "kreditschädigend" und enthalte "unwahre Behauptungen". Die Nutzerin wurde aufgefordert, den Eintrag zu löschen. Da sie das verweigerte, erhielt sie nun eine Mahnklage in der Höhe von 539 Euro, berichtet die Frau im Gespräch mit der Zeitung "Heute".

    Der Arzt soll online auch von anderen Patientinnen schlecht bewertet worden sein. Kritikpunkte waren unter anderem Anwesenheitsverbote für männliche Partner während der Behandlung sowie Privatverrechnungen von Zusatzleistungen.

    Persönlichkeitsrechte

    Rechtsstreits zu solchen Fragen gab es bislang etwa in Deutschland. Dort protestierte ein Arzt gegen seine Nennung im Online-Bewertungsportal Jamenda. Der Bundesgerichtshof entschied jedoch, dass das Informationsinteresse schwerer wiegt als die Persönlichkeitsrechte des Arztes. In einem späteren Urteil verpflichtete der Bundesgerichtshof das Bewertungsportal, negative Rezensionen stärker zu prüfen. So sollten Nutzer etwa Belege vorlegen, beispielsweise Rechnungen.

    Ausführliche Begründung empfohlen

    Klagen wegen Kreditschädigung seien bei negativen Bewertungen zwar möglich, sagt die Wiener Medienanwältin Maria Windhager, "Voraussetzung ist aber, dass die Bewertungen objektiv unwahr sind". Sie rät Nutzern zu ausführlichen Kritiken: "Je mehr Argumente für die negative Kritik angeführt werden – je ausgeprägter also das Tatsachensubstrat ist –, umso schärfer darf die Kritik ausfallen, ohne kreditschädigend zu sein." (fsc, 15.9.2017)

    • Ein Wiener Arzt mahnt offenbar Patienten ab, die ihn im Netz schlecht bewertet haben.
      foto: dpa/pleul

      Ein Wiener Arzt mahnt offenbar Patienten ab, die ihn im Netz schlecht bewertet haben.

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