Autoaustellung IAA: Glänzen erwünscht, schwänzen erlaubt

    15. September 2017, 10:47
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    "Zukunft erleben" lautet das Motto der diesjährigen IAA. Digitalisierung, autonomes Fahren, alternative Antriebe sind die zugehörigen Stichworte

    Frankfurt – Derweil der Dieseldiskurs in Politik und veröffentlichter Meinung weite Teile EU-Europas umtreibt, steuert die Automobilindustrie auf ein weiteres Rekordjahr zu. Die Technologieverunsicherung ist auf den Weltmärkten vorerst kaum spürbar. Nie zuvor wurden rund um den Globus so viele Autos verkauft wie für heuer erwartet – nach 82 Millionen im Vorjahr rechnet die Branche diesmal mit mehr als 85.

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    Angela Merkel auf der IAA.

    Die wichtigste Branchenschau der Welt bleibt die IAA, und die Gastgeber trumpfen wieder einmal gewaltig auf mit einer geradezu atemberaubenden Präsenz. Stark auch der Auftritt der Koreaner, die Franzosen halten sich hingegen zurück – und die Japaner, um für die Tokyo Motor Show im Oktober Pulver übrig zu haben.

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    Die IAA ist die wichtigste Branchenaschau der Welt.

    Allerdings schwänzen diesmal auch in Frankfurt etliche Hersteller, ein Tribut an die Inflation von großen Automessen. Mit Aston Martin, Fiat-Chrysler (Alfa, Fiat, Abarth, Jeep), GM (Cadillac, Chevrolet), Mitsubishi, Nissan (und Infiniti), Peugeot (und DS), Rolls-Royce, Tesla und Volvo hagelte es so viele Absagen wie noch nie auf der IAA. Andererseits scharren die Chinesen wieder einmal in den Startlöchern, anwesend sind Borgward, Chery und Wey – die neue Nobelmarke von Great Wall.

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    Angela Merkel und Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche auf der IAA.

    Wie sich beim Salon anhand etlicher Beispiele belegen lässt, durch Verlautbarungen, seriennahe Studien und Serienautos, nimmt die politisch geforderte E-Mobilität vehement Fahrt auf. Zudem werden viele Fahrzeuge mit weiteren alternativen Antriebskonzepten gezeigt, von (Plug-in-) Hybrid bis Brennstoffzellewasserstoff.

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    Die E-Mobilität ist eines der großen Themen auf der IAA.

    Der andere Schwerpunkt ist Digitalisierung und autonomes Fahren. Eine aktuelle Studie bescheinigt den Deutschen, 52 Prozent aller weltweit angemeldeten Patente für Roboterautos beizusteuern. US-Unternehmen wie Tesla oder Apple spielen da kaum eine Rolle, Google hingegen schon. In Frankfurt gibt es übrigens sogar drei ganz auf autonomes Fahren getrimmte Studien: Renault Symbioz, Audi Aicon, Smart vision EQ.

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    Die Digitalisierung der Fahrzeuge schreitet in riesigen Schritten voran, wie auch smart zeigt.

    Bei den auf der IAA debütierenden Autos und auch bei den Showcars fällt die überwältigende Flut an SUVs ins Auge. Nur der Sportwagensektor bildet ein spürbares Gegengewicht. Bei SUVs zu melden sind etwa Dacia Duster, Citroën C3 Aircross, Seat Arona, VW T-Roc (und Tiguan Allspace), Skoda Karoq, Kia Stonic, Hyundai Kona, Opel Grandland X, Jaguar E-Pace, BMW X3, Porsche Cayenne, ergänzt von den Studien VW ID Crozz II, Skoda Vision E, Toyota C-HR Hy-Power, Honda CR-V Hybrid Prototype, Audi Elane concept und BMW Concept X7.

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    Showstopper BMW X7.

    Bei den Sportlern reicht die Palette von klein und putzig bis völlig unleistbar: VW up! GTI und Polo GTI, Suzuki Swift Sport, Hyundai i30 N, Seat Cupra R, Renault Mégane R.S., Jaguar Project 8, Audi RS4 Avant, BMW M5, Audi R8 RWS, Lamborghini Aventador S Roadster, Mercedes-AMG Project One und Ferrari Portofino – ergänzt von (teilweise seriennahen) Studien, die ebenfalls Glitzern in manches Auge zaubern: Mini John Cooper Works GP Concept, BMW Concept Z4 und Concept 8 Series sowie das Überdrübercabrio Mercedes-Maybach Vision 6. (Andreas Stockinger, 15.9.2017)

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