Vienna Fashion Week, Tag 3: Von Korsagen und Ledergeschirr

    15. September 2017, 10:58
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    Von Ledergeschirr und Zwölf-Zentimeter-Absätzen: ein Rückblick auf den dritten Tag der Vienna Fashion Week

    Draußen biegen sich am Donnerstagabend die Bäume, das Zelt vor dem Wiener Museumsquartier steht unter Strom. Die Reihen sind bis hoch in die letzte Reihe dicht besetzt, das junge Publikum hat die Smartphones im Anschlag. Das ist auch kein Wunder bei diesem Programm. Um 19 Uhr ist ein Label dran, das Großes vorhat. Ema Klein und Júlia Malinovská, die beiden Designerinnen des Labels Hellenski, wollen aus ihren Kundinnen "Göttinnen erschaffen", so der PR-Text. Das slowakische Modelabel startet mit einer blonden Elfe im aufgebauschten Tülltraum und enger Korsage.

    foto: thomas lerch
    Tüll ohne Ende beim slowakischen Label Hellenski

    Es folgen Samtoveralls über Schluppenblusen, eine Menge Rosenprints und zum Schluss ein roter Samtmantel.

    thomas lerch
    Rosen für die Ladies!

    Versonnenes Lächeln der weiblichen Gäste in der Frontrow, die beiden Designerinnen laufen im Statement-Shirt ihren Entwürfen hinterher, das wohl die feministischen Slogans des Labels Dior auf den Arm nehmen will: "Women Should be Ladies", aha.

    thomas lerch
    Mit Druckfehler: Die Hellenski-Designerinnen mit Slogan-Shirts.

    Aber was soll's, draußen geht es schon wieder zu wie in einem Bienenstock zur Hochsaison. Die Besucher strömen über den eingenässten roten Teppich in den Pop-up-Store des Museumsquartiers. Da gibt's all die schönen Sachen vom Laufsteg zu kaufen, nebenan stehen Schuhe von Humanic auf weißen Säulen herum.

    Der place to be befindet sich allerdings im Zelt. Dort findet die Show vor der Show statt. Denn hier laufen die hochkarätigen Gäste des Wiener Labels Callisti ein: Die strammsten Waden der Stadt geben sich auf Zwölf-Zentimeter-Absätzen ein Stelldichein, wer keine Minishorts trägt, hat heute Abend Lederröhren an. Auf dem Laufsteg drängeln sich die Fotografen und die Reporter mit den Mikrofonen – was für eine Aufregung anlässlich des zehnjährigen Label-Jubiläums!

    Martina Müller wird ihre Fans und Stammkunden nicht enttäuschen. 20.12 Uhr, los geht's mit den Mode-Kriegerinnen in Ledergeschirr und Pumphosen und den Robin Hoods in Anzügen. Die tragen in dieser Saison Nudetöne und Senffarben, in der Jubelkurve brandet Applaus auf.

    foto: thomas lerch
    Ledergeschirr und High Heels bei Callisti
    thomas lerch
    Martina Müller verordnet den Callisti-Kriegerinnen Pumphosen ...
    thomas lerch
    ... und den Männern Pumphosen.

    Zum Schluss dann das alljährliche Ritual: Als Martina Müller mit zwei Models im Arm über den Laufsteg schreitet, erhebt sich die Reihe eins, Applaus, die Designerin zeigt sich gerührt, winkt ins Publikum.

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    Zum Schluss gibt's Standing Ovations für die Designerin.

    Solch emotionale Momente bekommen bei der Fashion Week eben nur wenige hin. (Anne Feldkamp, 15.9.2017)

    Weiterlesen:

    Vienna Fashion Week, Tag 1: Fesch in Reihe eins

    Fashion Week, Tag 2: Wellnessprogramm für Bürohengste

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