KDE und Purism arbeiten für wirklich freies Smartphone zusammen

    14. September 2017, 18:11
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    Librem 5 sucht derzeit via Crowdfunding nach Finanzierung – Plasma Mobile soll als Betriebssystem zur Wahl stehen

    Android mag in weiten Teilen Open Source sein, im Vergleich zu einem klassischen Linux-System zeichnet es sich aber auch durch eine Fülle an proprietären Bestandteilen und einer wenig offenen Entwicklungsweise aus. Das stößt so einigen Open-Source-Verfechtern sauer auf, und ein Teil davon macht sich nun dazu auf, eine Alternative zu schaffen.

    Kooperation

    Die Entwickler des Linux Desktops KDE und der Hardwarehersteller Purism haben eine Zusammenarbeit für ein freies Smartphone verkündet. Als Basis soll das Librem 5 Smartphone dienen, das derzeit via Crowdfuning die FInanzierung anstrebt. Der Hersteller Purism versucht dabei auch in Fragen Hardware – und zugehöriger Firmware – die proprietären Bestandteile möglichst gering zu halten, und legt gleichzeitig einen Fokus auf die Wahrung der Privatsphäre seiner User.

    grafik: kde
    Plasma Mobile.

    Dass sieht dann etwa so aus, dass es beim Librem 5 Hardwareschalter gibt, um Kamera, Mikrofon, WLAN oder auch die Mobilfunkkomponenten zu deaktivieren. Auch verspricht man einen Sicherheitsschwerpunkt und den Verzicht auf jegliche Tracker, wie sei bei anderen Smartphone-Betriebssystem in Fülle vorhanden sind. Purism hat sich in der Vergangenheit bereits über seinen Laptop Librem 13 einen Namen gemacht, das unter anderem mit einem freien BIOS aufwarten kann.

    Plasma Mobile

    Auf dieser Basis will KDE nun sein Betriebssystem Plasma Mobile anbieten, das schon seit einiger Zeit in Entwicklung ist. Dabei hofft man aber auch neue Erfahrungen zu sammeln, um künftig mehr Geräte unterstützen zu können.

    Eine Exklusivität ist dabei nicht gegeben, das Librem 5 ist prinzipiell darauf ausgelegt, dass darauf unterschiedlichste Linux-Distributionen laufen. So arbeitet Purism selbst an dem eigenen PureOS, das auf Debian beruht, und mit dem das Librem 5 auch von Haus aus ausgeliefert werden soll. Zudem will der Hersteller auch eine GNOME-basierten Oberfläche entwickeln.

    Finanzierung

    Bis all dies Realität wird, gilt es aber zuerst die Crowdfunding-Runde erfolgreich zu absolvieren. Hier müssen mindestens 1,5 Millionen Dollar zusammenkommen, damit das Librem 5 auch produziert wird. Aktuell wurden hier bis jetzt schon 300.000 Dollar eingesammelt. Technisch wird das Ganze über den Web-Shop des Herstellers abgewickelt, wohl um sich die Gebühren von gängigen Crowdfunding-Plattformen zu ersparen. Das von den Nutzern versprochene Geld wird nur eingezogen, wenn das Finanzierungsziel vollständig erreicht wird.

    purism computers

    Eckdaten

    Wer daran interessiert ist, kann sich für 599 US-Dollar ein Smartphone mit 5-Zoll-Display, 3 GB RAM, zwei Kameras und 32 GB lokalem Speicherplatz (erweiterbar über MicroSD) sichern. Wirklich billig ist das ganze also nicht, aber in diesem Fall geht es auch weniger um das beste Preis/Leistungsverhältnis als um eine größere Freiheit, als sie Android-Smartphone oder gar iPhones bieten können. Selbst wenn die Finanzierungsrunde erfolgreich absolviert wird, dauert es aber noch einiges an Zeit, bis die Smartphones auch ausgeliefert werden, derzeit visiert man dafür den Jänner 2019 an. (Andreas Proschofsky, 14.9.2017)

    • Plasma Mobile soll künftig auf dem Librem 5 verfügbar sein.
      grafik: kde

      Plasma Mobile soll künftig auf dem Librem 5 verfügbar sein.

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