Springer-Konzern warnt Mitarbeiter vor Türkei-Reisen

    14. September 2017, 15:59
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    "Gefährdung durch willkürliche Verhaftungen nicht auszuschließen"

    Berlin – Der deutsche Medienkonzern Axel Springer warnt seine Mitarbeiter vor Reisen in die Türkei. "Wer derzeit in die Türkei fährt, der begibt sich in eine unsichere Situation. Die Türkei ist für uns momentan kein sicheres Reiseland", schrieb Personalvorstand Julian Deutz am Donnerstag im firmeneigenen Intranet.

    Insbesondere bei Springer-Mitarbeitern sei eine Gefährdung durch willkürliche Verhaftungen nicht auszuschließen. Der Mitarbeiter des Springer-Blattes "Die Welt", Deniz Yücel", ist seit über 200 Tagen in türkischer Haft. Die Sicherheitsbehörden werfen ihm unter anderem Zusammenarbeit mit Terroristen vor. Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Journalisten mit türkischer und deutscher Staatsangehörigkeit bereits vor Beginn eines Prozesses als schuldig bezeichnet.

    Wegen der Festnahme Yücels, aber auch anderer Deutscher, hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für die Türkei verschärft und rät Bundesbürgern zu besonderer Vorsicht. Eine Reisewarnung, die auch juristische Folgen für Anbieter von Türkei-Reisen hätte, hat das Auswärtige Amt bisher nicht ausgesprochen.

    Das Außenministerium in Ankara hat kurz nach der Verschärfung der deutschen Reisehinweise eine Warnung vor Reisen nach Deutschland ausgesprochen. Der Bundestagswahlkampf sei bestimmt von antitürkischen Ressentiments, Attacken auf Türken könnten nicht ausgeschlossen werden. (APA/Reuters, 14.9.2017)

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