Spanien: Ratschläge zu "richtigem" Koksen stehen in der Kritik

    14. September 2017, 09:50
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    Die Stadtverwaltung im spanischen Bilbao hat Ratschläge für "richtiges" Koksen verteilt. Die rechtskonservative Volkspartei ortet "Verharmlosung"

    In der nordspanischen Stadt Bilbao ist eine Kontroverse über den Umgang mit Drogenkonsumenten entbrannt. Die örtlichen Vertreter der rechtskonservativen Volkspartei (PP) empörten sich jetzt in einer Erklärung darüber, dass die Stadtverwaltung Empfehlungen über den "richtigen" Gebrauch von Kokain abgab.

    So wurden während Festlichkeiten im August in der baskischen Stadt Infos im Scheckkartenformat verteilt, auf denen dazu geraten wurde, das Kokain gut zu zerkleinern, um eine spätere Beschädigung der Nasenscheidewand zu vermeiden. In der PP-Erklärung hieß es, eine derartige Gebrauchsanweisung samt "lockerem und frivolen Spruch" sei "echter Bockmist". Damit werde der Drogenkonsum verharmlost.

    Rücksprache mit Experten

    Ein Sprecher des städtischen Gesundheitsamts erklärte, das Material sei nicht an irgendjemanden, sondern an Kokainkonsumenten oder drogengefährdete Menschen abgegeben worden. Die Stadt habe die Entscheidung zur Abgabe des Informationsmaterials nach Rücksprache mit Experten getroffen.

    Yolanda Diez, die örtliche Beauftragte für Gesundheit, sagte der Agentur Europa Press, durch die von der Stadt eingerichteten Informationsstellen zu Drogen und Sexualität würden die mit dem Rauschgiftkonsum zusammenhängenden Gefahren verringert. Im übrigen sei nur "sehr wenig" entsprechendes Informationsmaterial ausgegeben worden – "etwa hundert Stück". (APA, 14.9.2017)

    • Mit Kokainkonsum gehen Gefahren einher, diese wollte die Stadtverwaltung in Bilbao verringern.
      foto: apa

      Mit Kokainkonsum gehen Gefahren einher, diese wollte die Stadtverwaltung in Bilbao verringern.

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