OMV-Chef: Russland-Sanktionen der USA gefährden Pipelineprojekt

    13. September 2017, 17:44
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    Laut Rainer Seele wird wohl ein neues Finanzierungsmodell für Nord Stream 2 nötig

    Moskau/Wien – Die Finanzierung des Pipelineprojekts Nord Stream 2 ist laut der OMV durch die US-Sanktionen gegen Russland gefährdet. "Die neuen US-Sanktionen machen die Finanzierung von großen Projekten wie von Nord Stream 2 fast unmöglich", wurde OMV-Chef Rainer Seele am Mittwoch von der russischen Nachrichtenagentur Interfax zitiert.

    Das Finanzierungsmodell des knapp zehn Milliarden Euro teuren Projekts müsse daher wahrscheinlich überarbeitet werden, so Seele. Die europäischen Partner sollten dabei jedenfalls zuerst auf ihr eigenes Kapital bauen, sagte der Manager.

    Die OMV gehört neben der deutschen Uniper und der BASF-Tochter Wintershall zu den fünf westlichen Partnern, die sich an der Finanzierung des vom russischen Monopolisten Gazprom vorangetriebenen Projekts beteiligen. Die mehr als 1.200 Kilometer lange Pipeline soll Erdgas von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland pumpen.

    Auch Uniper-Chef Klaus Schäfer und der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel hatten die US-Sanktionen gegen Russland kürzlich kritisiert. Gabriel warnte vor einem Schaden für die Energieversorgung in Europa und drohte den USA mit handelspolitischen Gegenmaßnahmen. (APA, Reuters, 13.9.2017)

    • Die erste Röhre der Nord Stream 2 wurde in Russland entgegengenommen. Nun stockt das Projekt.
      foto: reuters

      Die erste Röhre der Nord Stream 2 wurde in Russland entgegengenommen. Nun stockt das Projekt.

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