Studie: Kein Anämierisiko bei langen Raumflügen

    14. September 2017, 06:00
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    Blutarmut bei Raumfahrern ist ein bekanntes Problem. Eine Studie an ISS-Crewmitgliedern gibt jetzt vorsichtige Entwarnung

    Tucson – Raumfahrer erleiden häufig eine Form der Anämie, auch Blutarmut genannt, bei der es zu einer Reduktion der roten Blutkörperchen kommt. Forscher geben nun im Fachblatt "BMC Hematology" vorsichtig Entwarnung: Ihnen zufolge begünstigt der Wechsel in die Schwerelosigkeit diese Störung der Blutzusammensetzung zwar kurzfristig, über längere Zeiträume dürfte es jedoch zu einer Anpassung und Normalisierung kommen.

    Darauf deutet die Analyse der Blutproben von 31 Besatzungsmitgliedern der Internationalen Raumstation hin. Die Proben von sechs weiblichen und 25 männlichen Raumfahrern wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Missionen entnommen: vor, während und nach dem Aufenthalt im All.

    Folgen der Umstellung

    "Die bisherigen Hinweise auf Weltraum-Anämie basieren auf Blutproben, die unmittelbar nach Raumflügen genommen und womöglich durch viele Faktoren beeinflusst wurden", sagte Koautor Richard Simpson von der University of Arizona in Tucson. So könnten sich etwa der Stress der Landung oder die Neu-Gewöhnung an die Bedingungen der ISS beziehungsweise der Erde auch im Blutbild niederschlagen.

    Um sichere Aussagen über das Anämie-Risiko von Langzeitmissionen im All treffen zu können, seien noch weitere Studien notwendig. Sollte sich das aktuelle Ergebnis bestätigen, wäre zumindest eines der vielen medizinischen Probleme langer Raumflüge gelöst. (dare, 13.9.2017)

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