Abgaben auf Arbeit in Österreich noch immer im Spitzenfeld

13. September 2017, 15:51
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Österreich liegt trotz der Tarifreform 2016 auf Rang sieben der Hochsteuerländer. Im OECD-Schnitt gibt ein Durchschnittsverdiener knapp zehn Prozentpunkte weniger an Steuern ab

Wien/Paris – Die Steuerreform 2016 hat die Belastung der Arbeitseinkommen in Österreich zwar deutlich gesenkt. Mit 47,1 Prozent Abgaben (Steuern und Sozialbeiträge) bei Durchschnittsverdienern liegt Österreich aber immer noch im Spitzenfeld – genauer auf Rang sieben. Das geht aus dem Mittwochnachmittag vorgestellten Steuerreformbericht der OECD hervor.

Grundsätzlich handelt es sich bei der österreichischen Steuerreform 2016 um eine der umfangreicheren im OECD-Raum, wie aus dem Bericht hervorgeht. Weitreichende Reformen gab es demnach auch in Belgien, Ungarn, den Niederlanden, in Norwegen und Griechenland. Wobei das unter EU-Kuratel stehende Griechenland die Steuern nicht senkte, sondern erhöhen musste, um den Budgetüberschuss des Vorjahrs zu ermöglichen.

In Österreich ist die Belastung der Arbeitseinkommen im Vorjahr dagegen gesunken: bei einem Durchschnittsverdiener ohne Kinder um 2,5 Prozentpunkte auf 47,1 Prozent. Wobei die OECD für den internationalen Vergleich sämtliche Abgaben berücksichtigt, also auch die Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung.

Rang Sieben bei Steuerlast

Höher ist die Steuerlast demnach in Belgien, Deutschland, Ungarn, Frankreich und Italien. Berücksichtigt man auch die in einigen Ländern üblichen Pflichtbeiträge zu privaten Sozialversicherungen ("Non-Tax Compulsory Payments"), liegen auch die Niederlande vor Österreich. Österreich liegt damit auf Rang sieben der 35 OECD-Länder. 2015 war es noch auf dem vierten Platz.

Im OECD-Schnitt bezahlt ein Durchschnittsverdiener ohne Kinder 38,4 Prozent an Steuern und Abgaben. Vergleichsweise niedrig ist die Belastung in der Schweiz mit 37,6 Prozent (davon 15,8 Prozent Pflichtbeiträge für Privatversicherungen). (APA, 13.9.2017)

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