Funke-Mehrheitseignerin Grotkamp überträgt Anteile ihren Kindern

    13. September 2017, 11:18
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    Julia Becker wird ab 2018 Aufsichtsgremium führen, kündigt Grotkamp "Kress" an

    Essen/Wien – Generationswechsel bei der Hälfteeigentümerin von "Krone" und "Kurier", der deutschen Funke Mediengruppe: Funke-Mehrheitseigentümerin Petra Grotkamp gibt den Vorsitz im Aufsichtsrat an ihre Tochter Julia Becker ab, kündigt sie im Interview mit dem Branchendienst Kress.de an. Ihre Gesellschaftsanteile an der Funke Mediengruppe gehen zu gleichen Teilen an ihre drei Kinder.

    Petra Grotkamp hält seit der Übernahme von weiteren 50 Prozent von Funke-Gründerfamilie Brost insgesamt rund 66,7 Prozent an der Funke Mediengruppe. Grotkamp ist die jüngste von vier Töchtern von Jakob Funke. Der hat gemeinsam mit Erich Brost die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" ("WAZ") gegründet, die auflagenstärkste Zeitung der heutigen Funke Mediengruppe.

    Julia Becker ist eines von drei Kindern von Petra Grotkamp. Grotkamp erklärt: "Durch ihre bisherigen Aufgaben im Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss haben sich meine drei Kinder Niklas Jakob Wilcke, Julia Becker und Nora Marx bereits mit viel Engagement in die Verlagsthemen eingearbeitet und spielen seitdem bei allen Entscheidungen eine wichtige Rolle. Ich freue mich, dass sie sich sehr im und für das Unternehmen einbringen und damit das Lebenswerk meines Vaters Jakob Funke, der dieses Medienhaus gemeinsam mit Erich Brost gegründet hat, würdigen. Damit wird ein Stück Familiengeschichte erfolgreich fortgeschrieben."

    Jahrzehntelanger Streit um die "Krone"

    Die Funke-Gruppe liegt seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten im Clinch mit den österreichischen "Krone"-Mitgesellschaftern, der Familie Dichand, über Gewinngarantien für die Dichands, Stimmrechtsbindungen in der "Krone"-"Kurier"-Verlagstochter Mediaprint und Vorrechte bei der "Krone".

    Im Frühjahr entschied ein Schiedsgericht – mit formaler Begründung – gegen die Funke-Gruppe, die die Gesellschafts- und Syndikatsverträge mit den Dichands aufkündigen wollte. Seit Juli 2017 gibt es dies Kündigungmöglichkeit, mit einem weiteren Kündigung der Funkes ist zu rechnen. Über einen Verkauf der Funke-Anteile wird seit langem verhandelt, bisher scheiterte er an unterschiedlichen Preisvorstellungen.

    Vor dem jüngsten Schiedsgericht erklärte Petra Grotkamp, sie wolle mit Christoph Dichand nicht mehr zu tun haben. (fid, 13.9.2017)

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