Vienna Fashion Week, Tag 1: Fesch in Reihe eins

    13. September 2017, 11:35
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    Schöne Blondinen und E-Tschicks: ein Rückblick auf den ersten Tag der Vienna Fashion Week

    Die Vienna Fashion Week, sie ist doch noch für eine Überraschung zu haben. Im Modezelt vor dem Museumsquartier hat Chanel einen Stand mit Lipgloss, Parfum und Kosmetik aufgeschlagen. Er verleiht dem Zelt einen Hauch Weltläufigkeit und Eleganz und zieht die Besucherinnen in ihren Bann: Nach der Rauchpause vor dem Zelt wird das Make-up aufgefrischt, die Lippen werden nachgezogen, dann ein schnelles Selfie vor den Chanel-Spiegeln (Hashtag #cococafe) und der Fotowand (Hashtag #mqvfw17) – und ab in die Show!

    Die beginnt bei Sabine Karner ganz wie in der Modemetropole Mailand eine gute halbe Stunde später. Wenn das mal kein vielversprechender Auftakt für die Vienna Fashion Week ist! Drei Reihen sind im Zelt dicht besetzt, auf dem Laufsteg tänzeln die Fotografen vor den Wichtigen (Dieter Chmelar mit E-Tschick) und den Feschen in Reihe eins auf und ab. Schnellen Anweisungen wird mit einem breiten Lächeln Folge geleistet: "Ihr Hübschen, gleich mal da rüber" – die drei gebräunten Blondinen in der Frontrow rücken eilfertig zusammen.

    Die Show von Sabine Karner beginnt mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings: Das Motiv zieht sich durch eine überwiegend grüne Kollektion, eine handzahme Mischung aus Blazern, Jogginghosen fürs Büro, knielangen Kleidchen mit falschen Pelzkrägen und darüber geknoteten Gürteln und Mascherln.

    thomas lerch
    Grüner Samt bei Sabine Karner ...

    Krönender Abschluss: ein goldenes Kleid mit Wasserfallkragen.

    thomas lerch
    ... und zum Abschluss noch ein Wasserfallkragen.

    Zuletzt trägt die Designerin noch eine blumige Reminiszenz an Gucci über den Laufsteg, rhythmisches Klatschen der Zuschauer, das war’s für dieses Jahr.

    thomas lerch
    Designerin Karner nimmt Applaus entgegen.

    Denn draußen im Vorraum wartet schon das Publikum von Anelia Peschev. Das weiß dem Abend noch eins draufzusetzen. Dem Anlass gemäß haben sich die Besucherinnen mit den frisch gelegten Beach-Waves roten Lippenstift aufgelegt und Netzstrümpfe übergezogen, so manche graue Schläfe ist um ihre Begleitung wahrlich zu beneiden.

    Und wie immer setzt die Show von Peschev Maßstäbe: So viele prominente Gesichter muss man erst einmal zusammenbekommen. Star des Abends: Anna Netrebko, schön gebräunt, in einem kniefreien Kleid von, na klar, Anelia Peschev. Und daneben: die Muchas, die Fellners, die Dichands, die Russwurms und, no na, die Stumpfs.

    foto: philipp enders/ anelia peschev
    Die Designerin Peschev Arm in Arm mit Opernsängerin Netrebko.
    foto: philipp enders
    Fesch in Reihe eins: Ekaterina und Christian Mucha.
    thomas lerch
    Mädchenhafte Kleider bei Anelia Peschev.

    Dem gut besetzten Zelt wird wenig später ordentlich was geboten: Denn Designerin Peschev greift tief in die Trickkiste der 1980er-Jahre: Kleider mit angerüschten Schultern und Zebraprints, ein pinkes Blazer-Kleid, breite Gürtel, metallene High Heels, da bleibt an diesem Dienstagabend kaum ein Wunsch offen.

    foto: thomas lerch
    thomas lerch

    Die Meute freut's, sie drängt bereits an die frische Luft. Denn die nächsten warten schon – auf Uschi Fellners Style Awards. (feld, 13.9.2017)

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