TV-Duell: Heftiger Schlagabtausch zwischen Lunacek und Strache

Video12. September 2017, 10:01
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Der FPÖ-Chef bezeichnete die grüne Spitzenkandidatin auf Puls 4 als "schäbig und hasszerfressen". Eine Klage könnte folgen

Wien – Zwischen der grünen Spitzenkandidatin Ulricke Lunacek und FPÖ-Chef Heinz Christian Strache ist es am Montag zu einem heftigen Schlagabtausch in dem von Corinna Milborn moderierten TV-Duell auf Puls 4 gekommen.

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Gegen Ende des Gesprächs kritisierte Lunacek den FPÖ-Nationalratsabgeordneten Johannes Hübner, der "wegen antisemitischer Aussagen" nicht mehr auf der FP-Liste kandidiere. "Ihre Partei, das hat das Mauthausen-Komitee erst vor kurzem wieder gezeigt, das sind nicht lauter Einzelfälle von Antisemitismus und Rechtsextremismus", sagte Lunacek.

"Da muss man sehr hasszerfressen sein"

Strache kritisierte daraufhin den Autor Hans-Henning Scharsach, der anlässlich der Präsentation seines Buches "Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die Burschenschaften" die Salzburger FPÖ-Chefin Marlene Svazek als Qutoenfrau bezeichnet habe, "die nichts zu melden hat und quasi das hübsche Gesicht ist, das da nach vorne gestellt wird. Das ist genau das, wo ich sage, da muss man schon sehr hasszerfressen sein."

Lunacek darauf: "Werfen Sie das jetzt mir vor, Herr Strache. Werfen Sie hasszerfressen jetzt mir vor? Dann ersuche ich das, jetzt zurückzunehmen. Aber jetzt!" Strache: "Ja, ja, schon."

Strache legt nach: "Schäbig"

Doch Strache legte nach. Die FPÖ und ihn verhindern zu wollen sei das einzige Programm der Grünen, entgegnete er und kritisierte das ständige Wiederholen von "Vorwürfen, die nachweislich in der Form nicht stimmen. Dann ist das einfach schäbig."

Lunacek forderte den FPÖ-Chef daraufhin erneut, diesmal "über Frau Milborn", auf, "Begriffe mir gegenüber und den Grünen gegenüber wie hasszerfressen und schäbig zurückzunehmen".

Strache dagegen bekräftigte seine Aussage. Er erlebe seit Jahren den Hass der Grünen "in unsere Richtung". Lunacek kündigte daraufhin an zu klären, ob rechtliche Schritte unternommen werden. Derzeit prüfen die Juristen der Grünen, heißt es am Dienstag auf Anfrage des STANDARD. (Katrin Burgstaller, 12.9.2017)

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