Megastau am "Tatort" aus Stuttgart: Top oder Flop?

    Ansichtssache10. September 2017, 18:47
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    Ein 14-jähriges Mädchen wird überfahren, Lannert und Bootz ermitteln mittendrin in der Autokolonne. Wie hat Ihnen dieser "Tatort" gefallen?

    Diesen Sonntag ermittelten Thorsten Lannert und Sebastian Bootz in Stuttgart. Und ihr Fall ist kein leichter. Es ist Feierabend, ein Wasserrohrbruch verursacht einen endlosen Stau. In einer Wohngegend liegt ein junges Mädchen tot am Rand der Fahrbahn, Unfall inklusive Fahrerflucht. Und weil die einzige Straße, die vom Tatort wegführt, direkt im Stau mündet, muss der Täter irgendwo mittendrin in der Autokolonne stehen. Es gibt zwar einen Unfallzeugen, aber der ist erst drei. Lannert und Bootz starten also mühsame Befragungen, die Nerven liegen blank.

    foto: orf/ard/alexander kluge

    Autor und Regisseur Dietrich Brüggemann inszeniert "auf Pointe, aber auch psychologisch präzise", urteilt Christian Buß im "Spiegel". "Jede kleine Privathölle auf vier Rädern, in die Lannert und Bootz während ihrer Untersuchungen blicken, ist in sich schlüssig aufgebaut. Angefangen bei der Musik, die sich stets kommentierend oder entlarvend kontrapunktisch zu den Fahrern der überwiegend hochgerüsteten Automobile verhält: Zorn, Verzweiflung und Anmaßung in Dolby Surround." Die "Spiegel"-Bewertung für diesen Fall: 9 von 10 Punkten.

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    foto: orf/ard/alexander kluge

    "Ein Krimi, der auf vielen Ebenen gut funktioniert. Sämtliche Charaktere sind liebevoll ausgesucht, der Wutrentner und die Karrieretante und die junge Mutter, die sich den Launen ihrer zehnjährigen Krawalltochter komplett ausgeliefert hat. Das ist hervorragend gespielt und von Brüggemann gemeinsam mit Daniel Bickermann mindestens genauso gut betextet", schreibt Holger Gertz in der "Süddeutschen Zeitung".

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    foto: orf/ard/alexander kluge

    "Es ist finster, es ist kalt, es ist eng, und die Zeit drängt. Denn irgendwann wird sich auch dieser Stau auflösen und mit ihm die Spur zum Täter. Gekonnt spielt Regisseur und Autor Dietrich Brüggemann mit dieser klaustrophobischen Stimmung", heißt es im STANDARD-TV-Tagebuch von Astrid Ebenführer. "Dieser Fall ist kein Actionkrimi, vielmehr ein ruhig inszeniertes, spannendes Kammerspiel, das seinen Protagonisten trotz aller Enge genug Raum gibt."

    Wie hat Ihnen dieser "Tatort" gefallen? Top oder Flop? (red, 10.9.2017)

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