VW-Manager: Dieseldebatte zu wenig faktenorientiert

10. September 2017, 11:38
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Eichhorn verteidigt Software-Update

Wolfsburg – VW-Entwicklungschef Ulrich Eichhorn kritisiert die Art der Diskussion über die Zukunft des Diesels. "Die Debatte orientiert sich nicht immer an Fakten", sagte Eichhorn der Deutschen Presse-Agentur. Kritik an den angekündigten Maßnahmen der Autobranche, um Dieselmotoren umweltfreundlicher zu machen, wies er zurück.

"Ich verwehre mich dagegen, dass das Update der Motorsteuerung abgetan wird als günstige Software-Veränderung", sagte Eichhorn. "Das Gehirn des Motors ist die Motorsteuerung. Diese haben wir aufwendig dahin gebracht, dass die Fahrzeuge ohne Nachteile für die Kunden 25 bis 40 Prozent weniger Stickoxid ausstoßen."

Weil Stickoxid-Grenzwerte überschritten werden, drohen in Städten Diesel-Fahrverbote. Anfang August hatten die Autobauer Software-Updates für Diesel-Fahrzeuge angekündigt. Unter anderen hält die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hält dies aber nicht für ausreichend. Sie fordert Umbauten am Motor, also eine Hardware-Lösung.

Eichhorn sagte, bei Hardware-Nachrüstungen wäre für jeden Motor – wenn technisch überhaupt möglich – ein enorm hoher Entwicklungs- und Testaufwand erforderlich. "So etwas dauert mehrere Jahre." Außerdem hätten solche Nachrüstungen den Nebeneffekt, dass das Auto durch Katalysator und Adblue-Tank schwerer werde. "Dadurch steigt der Verbrauch, zwischen drei und fünf Prozent, und es wäre quasi für jedes einzelne Fahrzeug eine erneute Typprüfung notwendig." (APA, dpa, 10.9.2017)

  • VW sieht die mediale Debatte kritisch.
    foto: apa/afp/paul j. richards

    VW sieht die mediale Debatte kritisch.

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