Alar nach gerissener Serie sauer: "Richtig schlecht"

10. September 2017, 11:28
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Grazer Erfolgslauf endete im siebenten Spiel – Kapitän Schulz sieht "Parallelen zum Vorjahr" – LASK-Coach Glasner: "Fantastischer Sieg"

Pasching – Torjäger Deni Alar war nach dem Ende des Erfolgslaufs von Sturm Graz in Pasching mächtig verärgert. "Wir sind Tabellenführer. Wahrscheinlich hat jeder geglaubt, dass das heute locker gehen wird", polterte Alar nach der ersten Saison-Niederlage gegen den LASK (1:2). Nach den erfolgreichen Vorwochen war der Torschütze zum 1:1 am Samstagabend sauer über eine "richtig schlechte" erste Hälfte.

"Wir haben die Zweikämpfe nicht gewonnen und waren immer einen Schritt zu spät. Heute hätte man die ganze Mannschaft austauschen können", meinte Alar. Zwar bemerkte auch der 27-Jährige in der zweiten Hälfte eine Leistungssteigerung: "Wir waren aber zu unkonzentriert."

Er meinte damit wohl auch sich selbst. Der Goalgetter hatte zwar vom Elfmeterpunkt und damit im vierten Spiel in Folge getroffen, ließ aber in der Schlussphase die beste Chance auf den Ausgleich aus, indem er im Rückraum frei stehend am Tor vorbeizielte.

Mahnende Stimmen

Sturms heuer erstmals in der Startelf gestandener Kapitän Christian Schulz hatte ebenfalls mahnende Worte parat. "Ich sehe Parallelen zum letzten Jahr. Da hatten wir auch erst eine Serie, und dann kam der Rückschlag gegen Mattersburg", erinnerte sich Schulz.

Das kommende Auswärtsspiel in der Südstadt gegen eine wieder von Ernst Baumeister trainierte Admira gewinnt nun unfreiwillig an Bedeutung. "Wenn wir nächste Woche wieder so auftreten, verlieren wir wieder", prophezeite Alar, während Schulz betonte: "Wir müssen jetzt zeigen, dass wir daraus gelernt haben."

Für den deutschen Routinier gilt es auch, möglichst schnell mehr Stabilität in den schwächelnden Grazer Abwehrverbund zu bringen. Von den Top sechs hat bisher nur Austria Wien (12) mehr Gegentore als Sturm (10) kassiert. Sturms Trainer Franco Foda, früher selbst Verteidiger, wollte der Niederlage – wie zuletzt dem Erfolgslauf – zumindest in der Öffentlichkeit nicht allzu große Bedeutung beimessen. "Wir hätten die Serie gerne verlängert. Aber es war klar, dass wir nicht alle 36 Spiele gewinnen würden", sagte Foda.

6:19 Torschüsse

Nach einem Doppelwechsel und einer System-Umstellung zur Pause steigerten sich die Steirer. Die Statistik zählte am Ende 6:19 Torschüsse. "Ich denke, ein Punkt wäre absolut verdient gewesen. Aber schlussendlich waren wir nicht so wach wie bei den letzten Auftritten", bemerkte Foda und lobte LASK-Goalie Pavao Pervan.

Denn spätestens am Linzer Goalie war für die bisher so treffsichere Sturm-Offensive Endstation. "Ich fühle mich derzeit sicher, auch durch die Sicherheit meiner Vorderleute. Wir haben zuhause großes Selbstvertrauen", sagte Pervan, der in Pasching in dieser Saison nur von Alar bezwungen wurde. Die guten Leistungen des 1,94 m großen Torhüters dürften auch dem ÖFB nicht verborgen geblieben sein. Angesprochen auf mögliche Nationalteam-Ambitionen gab sich der 29-Jährige betont defensiv: "Ich muss geduldig bleiben und Leistung zeigen für den LASK."

Mit dem 2:1 verlängerten die Oberösterreicher ihre ausgezeichnete Heimserie in der Paschinger TGW-Arena. Seit dem Umzug aus Linz hat der Aufsteiger zuletzt im April 2015 verloren. "Wir gehen zuhause mit einem anderen Selbstbewusstsein auf den Platz", erklärte Trainer Oliver Glasner. Er bejubelte einen "fantastischen Sieg" und einen Kraftakt seines Teams. "Heute sind alle Spieler von eins bis 14 an ihre Grenzen gegangen." Der stark aufspielende Siegtorschütze Maximilian Ullmann spendete kollektives Lob: "Die erste Halbzeit war unsere beste Leistung in dieser Saison." (APA; 10.9.2017)

  • Ein neues Bild: Lange Gesichter bei Sturm Graz.
    foto: apa/expa/reinhard eisenbauer

    Ein neues Bild: Lange Gesichter bei Sturm Graz.

  • Intensive Szenen vor ausverkauftem Haus in Pasching.
    foto: apa/expa/reinhard eisenbauer

    Intensive Szenen vor ausverkauftem Haus in Pasching.

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