Italien bestreitet Schmiergeldzahlungen an Schlepper

    10. September 2017, 09:10
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    "Italien ist vorbereitet, den Terrorismus zu bekämpfen"

    Rom – Der italienische Innenminister Marco Minniti hat Medienberichte entschieden dementiert, wonach Italien ein Abkommen zwischen der international anerkannten libyschen Regierung um Fayez al-Serraj und Milizen unterstützt hat, die in den Menschenhandel verwickelt seien. Damit soll den Berichten zufolge ein Rückgang bei der Zahl nach Italien aufbrechender Migranten erreicht worden sein.

    "Gerüchte, wonach Italien Milizen in Libyen finanziert hätte, um Flüchtlingsabfahrten nach Italien zu stoppen, sind vollkommen haltlos und sind bereits von der Regierung dementiert worden", betonte Minniti nach Medienangaben vom Sonntag. Der Minister hob seinen Einsatz für das Abkommen mit den Bürgermeistern der 14 libyschen Städte hervor, die am stärksten vom Menschenhandel betroffen seien. "Ich habe den Bürgermeistern versprochen, dass wir sie bei Entwicklungsprojekten unterstützen, wenn sie aktiv den Menschenhandel bekämpfen, und das tun wir", sagte Minniti.

    Der Innenminister dementierte auch Gerüchte über geheime Abkommen mit Fundamentalisten, um Italien terroristische Anschläge zu ersparen. "Italien ist ein Land, das vorbereitet ist, den Terrorismus zu bekämpfen. Man fragt sich, warum in Italien bisher keine fundamentalistische Anschläge verübt worden sind. Darüber wird viel spekuliert. Italien kann sich gegen Terrorismus verteidigen ohne jemanden zu bezahlen", betonte der Innenminister.

    Italien wolle sich mehr für die Stärkung der südlichen Libyen-Grenze engagieren. "Das ist nicht nur für Italien, sondern für ganz Europa von ausschlaggebender Bedeutung, denn hier liegt der Schlüssel des Migrationsproblems", so Minniti. Der Menschenhandel sei der einzige "Wirtschaftssektor", der in Libyen Einkommen beschere. "Wenn wir den Menschenhandel besiegen wollen, müssen wir in alternative Projekte investieren und eine positive Zukunft für die Jugendlichen aufbauen", fordert der Minister. (APA, 10.9.2017)

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