Wr. Neustadt wieder in der Erfolgsspur

8. September 2017, 21:29
27 Postings

Starker 2:0-Sieg gegen Liefering – Hartberg nach 2:1 in Lustenau Verfolger – Wacker Innsbruck nur 1:1 bei FAC

Wien – Wiener Neustadt hat in der Fußball-Erste-Liga wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Hamdi Salihi schoss den Tabellenführer am Freitag in der neunten Runde mit einem Doppelpack zum 2:0-Erfolg über den FC Liefering. Erster Verfolger bleibt mit vier Punkten Rückstand Hartberg, das bei Austria Lustenau 2:1 gewann.

Wacker Innsbruck musste beim 1:1 in Floridsdorf nach Führung und Rot für Innenverteidiger Matthias Maak noch Punkte abgeben. Lokalrivale Wattens freute sich hingegen nach 0:2-Rückstand gegen BW Linz über zumindest einen Zähler und eine Moralinjektion nach zuletzt fünf Niederlagen en suite. Im Abendspiel hatte Ried beim Gastspiel in Kapfenberg noch die Möglichkeit, in der vorderen Tabellenhälfte dabei zu bleiben.

Keine Verunsicherung

Wiener Neustadt hat den ersten Dämpfer der Saison gut weggesteckt. Nach dem 0:3 in Innsbruck in der Vorrunde polierte die Elf von Roman Mählich im temporeichen Spitzenspiel gegen Liefering seine makellose Heimbilanz weiter auf und siegte auch im vierten Saisonspiel vor heimischem Publikum.

Verantwortlich dafür war – einmal mehr – Ex-Rapid-Stürmer Hamdi Salihi, der bereits in der ersten Hälfte den entscheidenden Doppelpack schnürte. Der Albaner nützte seine dritte Topchance zum 1:0 (10.) und traf nach einem ungeschickten Foul von Liefering-Verteidiger Mahamadou Dembele souverän vom Elfmeterpunkt (23.). Salihi führt damit mit acht Toren die Torschützenliste an. In der zweiten Hälfte kamen die "Jungbullen" auf, die Stange und SCWN-Goalie Domenik Schierl verhinderten aber den möglichen Anschlusstreffer.

Hartberg behauptete dank eines hart erkämpften 2:1-Erfolgs in Lustenau Platz zwei. Roko Mislov (7.) und Manfred Fischer (84.) besorgten die Tore der Steirer, bei denen Dario Tadic (25.) und Fischer jeweils auch die Stange trafen (78.). Den Vorarlbergern reichte auch eine Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte und Pius Dorns Kopfballtor nach Ronivaldo-Flanke (60.) nicht.

Turbulenzen beim FAC

Beim Schlusslicht FAC hatte in den vergangenen Tagen die Abberufung von Geschäftsführer Dominik Glawogger die Schlagzeilen bestimmt. Der Grund ist kurios: Mit den dadurch entstehenden Einsparungen wollen die Floridsdorfer Neo-Innenverteidiger Christian Bubalovic finanzieren, wie der FAC-Aufsichtsratsvorsitzende Michael Schüch im Vorfeld des Heimspiels gegen Wacker Innsbruck gegenüber "Sky" erklärte.

Sportlich waren die Wiener, insbesondere nach der Roten Karte gegen Wacker-Verteidiger Matthias Maak, der den durchbrechenden Flavio nur mit einem Foul stoppen konnte, nah am zweiten Heimsieg dran. Letztlich wurde es aber nach dem Tor von Lukas Tursch (68.) immerhin der vierte Saisonpunkt. Zlatko Dedic hatte Wacker Innsbruck mit einem wuchtigen Schuss nach weitem Ausschuss von Goalie Christopher Knett in Führung gebracht (20.).

Glück für Wattens

Für den neuntplatzierten Wattens schien auch die Rückkehr zum bewährten 4-3-3-System anfangs nicht den erwünschten Umschwung zu bringen. Denn im Heimspiel gegen BW Linz präsentierte sich die Elf von Thomas Silberberger zunächst defensiv fehleranfällig: Florian Templ (6.) und Manuel Hartl (35.) nützten zwei Abwehrfehler zur blau-weißen 2:0-Führung.

Doch auf die Linzer zeigten Defensiv-Mängel: Ein Fehlgriff von Linz-Goalie Hidajet Hankic, nach dem Milan Jurdik abstaubte (51.), leitete den Umschwung ein. David Gugganig (65.) und Lukas Katnik (74.) scheiterte mit ihren Versuchen noch an der Latte. Dann traf Benjamin Prater zum 2:2 für Wattens, das in der Schlussphase allerdings auch Glück hatte: Thomas Hinum verwandelte nach ungeschickter Attacke von Pranter den fälligen Elfmeter nicht (90.).

Sieg nach Standards

Der Kapfenberger SV hat zum Abschluss der neunten Runde die SV Ried mit 2:1 besiegt. Sebastian Feyrer (44.) und Benjamin Rosenberger (80.) sorgten im vierten Anlauf für den ersten Saison-Heimsieg der nun auf dem siebenten Tabellenrang liegenden Steirer. Julian Wießmeier hatte den weiter viertplatzierten Bundesliga-Absteiger in Führung geschossen (20.).

Ried startete besser, ein Kopfball von Seifedin Chabbi fiel aber mit zu wenig Nachdruck für Kapfenberg-Goalie Paul Gartler aus (9.). In der 20. Minute machte es Chabbi als Assistgeber besser, indem er auf Wießmeier durchsteckte: Der Deutsche bewies zunächst gegen Kapfenberg-Verteidiger Manuel Haas Zweikampf- und danach Abschlussstärke (20.).

Mit der Führung im Rücken waren die Oberösterreicher spielbestimmend, ohne jedoch zu Großchance zu kommen. Der Ausgleich kurz vor der Pause stellte den Spielverlauf auf den Kopf: Manuel Kehre blockte einen Sencar-Versuch noch auf der Torlinie, doch Sebastian Feyrer köpfelte den Abpraller aus kurzer Distanz ins Tor (44.).

Nach dem Seitenwechsel flachte die Partie vollkommen ab. Das kampfbetonte und mitunter rustikale Spiel beider Teams brachte kaum nennenswerte Torchancen hervor. Mit Fortdauer der Partie agierten die ambitionierten Rieder immer offensiver – Kapfenberg versuchte sein Glück meist im Konterspiel.

Das (sehenswerte) Kapfenberger Siegtor fiel allerdings – wieder – nach einer Standardsituation: Die Rieder Defensive klärte eine Ecke unzureichend – Rosenberger hämmerte den Ball von knapp außerhalb des Strafraums via Lattenunterkante ins Tor (80.). Im Finish ließen Thomas Fröschl (84.) und Lukas Grgic (88.) gute Chancen auf das 2:2 aus. Für Ried setzte es nach vier ungeschlagenen Spielen wieder eine Niederlage. (APA, 8.9.2017)

Ergebnisse Erste Liga, 9. Runde

SC Austria Lustenau – TSV Hartberg 1:2 (0:1)
Tore: Dorn (60.) bzw. Mislov (7.), Fischer (84.)

WSG Wattens – Blau-Weiß Linz 2:2 (0:2)
Tore: Jurdik (51.), Pranter (83.) bzw. Templ (6.), Hartl (35.)

SC Wr. Neustadt – FC Liefering 2:0 (2:0)
Tore: Salihi (10., 23.)

FAC – Wacker Innsbruck 1:1 (0:1)
Tore: Tursch (68.) bzw. Dedic (20.). Rote Karte: Maak (45.+1/Torraub/Wacker)

Kapfenberger SV – SV Ried 2:1 (1:1)
Tore: Feyrer (44.), Rosenbichler (80.) bzw. Wießmeier (21.)

  • Nicht nur Wing Man von Herbert Prohaska im ORF-Fußball-Studio, sondern auch erfolgreicher Trainer: Roman Mählich.
    foto: apa/neubauer

    Nicht nur Wing Man von Herbert Prohaska im ORF-Fußball-Studio, sondern auch erfolgreicher Trainer: Roman Mählich.

Share if you care.