G20-Gipfel: Bewährungsstrafe für Flaschenwürfe

    8. September 2017, 16:36
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    21-jähriger Franzose zu einem Jahr und fünf Monaten verurteilt

    Hamburg – In einem weiteren Prozess wegen der schweren Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel ist ein 21-jähriger Franzose zu einem Jahr und fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Hamburg sprach den jungen Mann am Freitag nach Angaben eines Gerichtssprechers der versuchten gefährlichen Körperverletzung, des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte schuldig. Er soll außerdem 500 Euro an die Witwen- und Waisenkasse der Polizei zahlen.

    Der 21-Jährige räumte vor Gericht ein, am Rande der Demonstrationen am Vorabend des Gipfeltreffens im Schanzenviertel mindestens vier Flaschen auf Polizeibeamte geworfen zu haben. Das Gericht ging in seiner Urteilsbegründung von mindestens fünf Flaschenwürfen aus. Kurz darauf soll er sich gegen seine Festnahme gewaltsam zur Wehr gesetzt haben. Seit 7. Juli saß der junge Mann in Untersuchungshaft.

    Empört über Polizeiangriffe

    Als Grund für die Flaschenwürfe gab er dem Sprecher zufolge an, er sei empört gewesen, dass Polizisten aus seiner Sicht grundlos auf Demonstranten losgegangen seien und er selbst Pfefferspray ins Gesicht bekommen habe.

    Die im Vergleich zum ersten wegen der G20-Krawalle ergangenen Urteil eher milde Strafe begründete das Gericht den Angaben zufolge unter anderem mit dem Geständnis des 21-Jährigen und der gezeigten Reue. Der Franzose selbst erklärte, er sei eigentlich wegen eines Mädchens nach Hamburg gekommen, das er kurz vorher kennengelernt hatte und hoffte, dort wiederzutreffen.

    Es war bereits der dritte Prozess gegen einen mutmaßlichen Randalierer im Zusammenhang mit dem G20-Treffen. In einem ersten Verfahren verurteilte das Amtsgericht der Hansestadt einen 21-jährigen Niederländer zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft. Er hatte Flaschen auf Polizisten geworfen.

    In einem zweiten Verfahren wurde ein 24-jähriger Pole zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er war unter anderem mit Feuerwerkskörpern und einem Reizgassprüher im Rucksack von Polizisten aufgegriffen worden.

    29 in Untersuchungshaft

    In der kommenden Woche sind zwei weitere Verfahren angesetzt. Neben dem Niederländer, dessen Urteil noch nicht rechtskräftig ist, sitzen derzeit noch 29 weitere Beschuldigte in Untersuchungshaft.

    Rund um das G20-Treffen Anfang Juli hatte es trotz des Einsatzes tausender Polizisten in Hamburg schwere Krawalle gegeben. Randalierer lieferten sich immer wieder Straßenschlachten mit der Polizei, zündeten Autos an und beschädigten Läden. Hunderte Polizisten wurden dabei verletzt, es gab mehr als 400 Fest- und Ingewahrsamnahmen. (APA, AFP, 8.9.2017)

    • Flaschenwurf beim G20-Gipfel.
      foto: apa/afp/odd andersen

      Flaschenwurf beim G20-Gipfel.

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