Wagenknecht gegen pauschale AfD-Ausgrenzung

    7. September 2017, 21:49
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    Linken-Spitzenkandidatin: AfD nicht zum Opfer machen – Aber klares Kontra zu Rassismus

    Berlin – Die Linkspartei lehnt eine Ausgrenzung der gesamten Fraktion derrechtspopulistischen AfD im künftigen Bundestag ab. "Ich werde niemanden aus der AfD, der dem Flügel von Björn Höcke angehört, der wirklich Nazi-Positionen vertritt, in irgendeine verantwortliche Position wählen", sagte die Spitzenkandidatin der Linken, Sahra Wagenknecht, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf die Aufgabenverteilung etwa im Bundestagspräsidium oder in den Fachausschüssen. "Auch da sollte man sich eben ansehen, wer kandidiert für was und sollte nicht eben Pauschalurteile abgeben."

    "Was man nicht machen sollte, ist die AfD zum Opfer zu machen, indem man eben auf unfaire Weise oder auf pauschal ausgrenzende Weise mit ihr umgeht", sagte Wagenknecht. Man sollte vielmehr in jeder Rede deutlich machen, was die AfD wirklich vertrete. Die AfD-Politik helfe der großen Mehrheit der Bevölkerung gar nicht. Ein ganz klares Kontra sollte gegeben werden, wenn die AfD rassistische Ressentiments bediene.

    Höcke steht in der AfD für eine Haltung, bei der keine klare Abgrenzung zum rechtsextremen Spektrum gezogen wird. So lehnte er etwa Sanktionen gegen den saarländischen Landesverband wegen Kontakten zur rechtsextremen NPD ab. Bundesweit löste der Thüringer AfD-Chef Proteste mit abwertenden Äußerungen über das Holocaust-Mahnmal in Berlin aus. AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland hält die Vorwürfe gegen Höcke für ungerechtfertigt und kann sich auch bundespolitische Mandate für den Landespolitiker vorstellen. (Reuters, 7.9.2017)

    • Sahra Wagenknecht, Spitzenkandidatin
      foto: reuters/krause

      Sahra Wagenknecht, Spitzenkandidatin

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