Mauer auf dem Ballhausplatz: Lachnummer

Kommentar7. September 2017, 18:00
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Warum nicht offen kommuniziert wurde, dass die Zufahrt zum Zentrum der Macht im Lande baulich geschützt werden soll, ist ein Rätsel

Karl Farkas, schau oba! Der Mauerbau zu Wien hätte einen wunderbaren Sketch für eine Doppelconférence mit Ernst Waldbrunn hergegeben. Auch wenn Christian Kern jetzt als Oberpolier auf dem Ballhausplatz ein Machtwort gesprochen hat und der Bau der Antiterrormauer vorerst gestoppt wurde – aus der Lachnummer kommt die Republik nicht mehr raus.

Die Künette der Schmach haben sich alle Beteiligten selbst geschaufelt: Bundeskanzleramt, Präsidentschaftskanzlei, Innenministerium sowie die Bau- und Verkehrsplanung in Wien. In den vergangenen Tagen haben sich diese Institutionen und Behörden die Verantwortung gegenseitig zugeschoben.

Warum nicht von Anfang an offen kommuniziert wurde, dass die sperrangelweit offene Zufahrt zum Zentrum der Macht im Lande baulich geschützt werden soll, ist ein Rätsel. In Zeiten wie diesen hätten wohl auch ums Stadtbild besorgte Bürgerinnen und Bürger eine dem Ensemble angepasste Barriere abgenickt.

Doch anstatt Pläne und Renderings von einem umgestalteten Ballhausplatz zu präsentierten, ließen die Behörden die Bauarbeiter quasi heimlich vor den Augen der Öffentlichkeit ans Werk gehen. Das mögen die Wienerinnen und Wiener gar nicht. Das Lachen vergeht den Hauptstädtern endgültig, wenn mutwillig aufgerissene Gruben mit Steuergeldern zugeschüttet werden. (Michael Simoner, 7.9.2017)

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