Schauspielhaus Wien: Eine Zukunft, die uns nicht genügt

    7. September 2017, 13:38
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    Die Spielzeit 2017/2018 bringt u. a. eine Uraufführung von Thomas Köck in eigener Regie

    Wien – Nach zwei Spielzeiten am Schauspielhaus Wien ist für Intendant Tomas Schweigen auch schon wieder Halbzeit (aktuell bis 2019). Bei der Spielplanpressekonferenz am Donnerstag empfahl sich das Team also auch mit einer kleinen Bilanz, deren Erfolg neben der konstanten Auslastung von um die 80% (21.000 Besucher) sowie steigenden Gastspieleinladungen weniger in Zahlen manifest wird als im positiven Echo.

    Vor allem ist es die Bestätigung, dass man mit Autoren wie Thomas Köck oder Miroslava Svolikova, die im deutschen Sprachraum derzeit Furore machen, früh auf die richtigen Künstler gesetzt hat. Köck, dessen Stück paradies fluten am Samstag im Akademietheater Premiere hat, wird im November am Schauspielhaus erstmals selbst Regie führen. Mit Die Zukunft reicht uns nicht (Klagt, Kinder, klagt!) bringt er zusammen mit Elsa-Sophie Jach eine "postheroische Schuldenkantate" zur Urauffühung (9.11.).

    Zukunftsfragen beschäftigen die gesamte Saison, sie wird am 28. September mit einem Golem-Mash-up von Gernot Grünewald eröffnet, der auch Regie führt. Den neuen Medien geschuldet ist die Seestadt-Saga, eine begehbare Social-Media-Serie, die sich vor allem im virtuellen Raum abspielen wird und deren erste Staffel ab 19. Oktober vier Wochen durchläuft.

    Marco Štorman inszeniert die Komödie Gespräche wegen der Kürbisse des jungen Deutschen Jakob Nolte (16. 11.). Ann Cotten und Jacob Suske arbeiten für eine elektronische Kammeroper zusammen; Elektra – Was ist das für 1 Morgen? ist als Silvesterpremiere anberaumt.

    Der mit dem Exil-Preis der Wiener Wortstaetten ausgezeichnete, in Teheran geborene Mehdi Moradpour befasst sich in Ein Körper für jetzt und heute mit den Konsequenzen von Homophobie (27. 1.). Als vielversprechende Dichterin gilt Enis Maci, Gewinnerin des Hans-Gratzer-Stipendiums, die mit Mitwisser eine weitere der insgesamt acht Uraufführungen beisteuert (Regie: Pedro Martins Beja).

    Den Abschluss macht ein "postfaktisches Epos", in dem Homer und Donald Trump aufeinandertreffen. Anlass: War Isn‘t Happening, Not True, inszeniert von Tomas Schweigen. Wolfram Lotz konnte zudem als Mentor für das diesjährige Hans-Gratzer-Stipendium gewonnen werden. (afze, 7.9.2017)

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