Schweizer Journalisten protestieren gegen Tamedias Redaktionspools

    7. September 2017, 12:55
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    Redakteure fürchten massiven Stellenabbau

    Bern – Aus Protest gegen befürchtete Einsparungen beim Schweizer Medienkonzern Tamedia haben betroffene Redakteure ein eigenes Blatt produziert und an Pendler in Bern verteilt. In der "Monopol-Zeitung" werde aufgedeckt, "was Tamedia der Öffentlichkeit verschweigt", wie die Gewerkschaft Syndicom am Donnerstag berichtete.

    Redakteure der Zeitungen "Berner Zeitung" und "Bund" hätten rund 7.000 Exemplare am Bahnhof verteilt. Der Verlag äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht zu der Aktion.

    Tamedia hat im August angekündigt, dass die überregionalen Seiten ihrer Titel künftig zentral in zwei Redaktionen zusammengestellt werden, eine in der deutsch- und eine in der französischsprachigen Region der Schweiz.

    Massiver Jobabbau befürchtet

    Zu der größten privaten Mediengruppe gehören neben der "Berner Zeitung" und dem "Bund" zehn weitere Tages- und zwei Sonntagszeitungen sowie Gratisblätter wie "20 Minuten". Der Verlag begründete das mit dem Einbruch der Werbeumsätze. Stellen würden durch freiwillige Abgänge abgebaut.

    Die Redakteure fürchten massiven Stellenschwund. Die Rechnung von Tamedia gehe nicht auf, schreiben sie. Die Medienvielfalt sei in Gefahr. Politiker und prominente Sportler unterstützen sie mit Gastbeträgen in der Zeitung.

    "Heute"-Gesellschafter

    Die Tamedia hält in Österreich seit 2016 51 Prozent an heute.at und 25,5 Prozent an der Gratiszeitung "Heute". (APA, dpa, 7.9.2017)

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