Theater der Jugend: "Glänzende" Zahlen und Orientierungshilfe

    7. September 2017, 12:16
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    47 Prozent Eigendeckung erreichte man vergangenen Spielzeit, kommende Saison warten acht Premieren

    Wien – "Eines der größten Sprechtheater Österreichs … steht wirtschaftlich glänzend da … Talenteschmiede" – Thomas Birkmeir, künstlerischer Direktor des Wiener Theaters der Jugend, freute sich bei der Saisonvorschau 2017/2018 am Donnerstag zuerst einmal hörbar über die abgelaufene Spielzeit. Mit insgesamt 250.000 Besuchern verzeichnet man in 1146 Vorstellungen eine Auslastung von 97,29 Prozent.

    Davon entfallen 132.000 Besucher (94,86 Prozent Auslastung in 330 Vorstellungen) auf Eigenproduktionen im Renaissancetheater und Theater im Zentrum, sowie 118.000 Besucher (99,72 Prozent Auslastung in 816 Vorstellungen) auf "Angekaufte Vorstellungen" – also ausgewählte Inszenierungen an anderen Häusern, die etwa im Rahmen von Abopaketen offeriert wurden. Somit waren 180 verschiedene Inszenierungen im Angebot.

    "Ausgeglichenste" Rechnung

    Die Eigendeckungsquote des Theaters der Jugend liege bei 47 Prozent. Man habe also "von den großen österreichischen Sprechtheatern am meisten wieder eingespielt" oder anders gesagt, die "Kosten-Nutzen-Rechnung ist am ausgeglichensten", so Birkmeir. Mit 40.000 Abonnenten in der vergangenen Spielzeit sei man zudem das "größte Abonnentenhaus Europas". Überdies verzeichnete man zuletzt drei Nestroy-Nominierungen und davon einen Gewinn für Luka Dimic in "Tschick" als "Bester Nachwuchs männlich".

    Acht Stücke im Programm

    Es warten kommende Spielzeit acht eigenproduzierte Stücke, vier davon Uraufführungen, eine eine Österreichische Erstaufführung. Die erste Premiere findet am 10. Oktober mit "Der fantastische Mr. Fox" nach Roald Dahl statt. Aus der Geschichte eines Fuchses, der für seine Familie Hühner aus den umliegenden Bauernhöfen stiehlt, weswegen die Bauern sich gegen ihn verbünden, wird eine Anklage kapitalistischer Agrarindustrie. Am 17. Oktober folgt "Der Fluch des David Ballinger" nach Louis Sachar über einen pubertierenden Mitläufer.

    Im Zentrum der Programmierung soll "die Frage nach der Vorbildwirkung des Einzelnen, im Zusammenhang mit gelebten demokratischen Werten wie Solidarität und Verantwortung, Offenheit und Freiheit, Zivilcourage und Menschenwürde" stehen, so die Unterlagen.

    Weiters am Spielplan: "Cinderella passt was nicht" (ab 13. Dezember) und "Die Weiße Rose" über die NS-Widerstandsgruppe rund um Sophie Scholl (ab 11. Jänner). "Das kleine Meermädchen" nach Hans Christian Andersen (ab 20. Februar) will dem Themenkomplex um Fremdheit und Zugehörigkeit nachspüren. Ein und doch kein "Hamlet" (ab 10. April), "20.000 Meilen unter dem Meer" nach Jules Verne (ab 17. April) und "Die großen Abenteuer der kleinen Sara Crewe" (ab 29. Mai) beenden sie Saison.

    Bereits am 16. September findet ein Tag der offenen Tür statt. (wurm, 7.9.2017)

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